TSV 1860 München
Vereinswappen des TSV 1860 München
Verein
Name Turn- und Sportverein München von 1860 e. V.
Sitz München, Bayern
Gründung 17. Mai 1860
Farben Grün-Gold
Mitglieder 22.727 (1. November 2018)[1]
Präsident Robert Reisinger
Website tsv1860.org
Fußballunternehmen
Name TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA
(1. Mannschaft, U21, U19)
Farben Weiß-Blau
Kommandit­aktionäre 60 %: HAM International Limited
40 %: e. V.[2]
Komple­mentärin TSV München von 1860 Geschäftsführungs-GmbH
(100%ige e.-V.-Tochter)
GmbH­Geschäftsführer Michael Scharold
Website tsv1860.de
Erste Mannschaft
Cheftrainer Daniel Bierofka
Spielstätte Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße
Plätze 15.000
Liga 3. Liga
2017/18 (Regionalliga Bayern) 1. Platz
Heim
Auswärts

Der Turn- und Sportverein München von 1860 e. V., kurz TSV 1860 München oder 1860 München, oft auch als Münchner Löwen, 1860, Sechzig oder Sechzger bezeichnet, ist ein Sportverein aus der bayerischen Landeshauptstadt München. Der im Stadtteil Giesing beheimatete Verein, der sich selbst auch als „Münchens Große Liebe“ bezeichnet, wurde am 15. Juli 1848 erstmals gegründet. Nach einem Verbot wegen „republikanischer Umtriebe“ gründete er sich am 17. Mai 1860 erneut. Die Gründung seiner Fußballabteilung erfolgte erst am 25. April 1899. Die Farben des Vereins sind Grün-Gold, bekannter ist jedoch das Weiß-Blau der Fußballabteilung. Der Verein hat (Stand: 1. November 2018) 22.727 Mitglieder, und zählt damit zu den mitgliederstärksten Sportvereinen Deutschlands.[1]

Die Geschäfte der Profifußball-Abteilung sowie der U 21 und der A-Junioren werden seit 2002 durch die aus dem Gesamtverein ausgegliederte TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA geführt. 60 % der Aktien gehören seit 2011 der HAM International Limited des jordanischen Geschäftsmanns Hasan Ismaik. Die restlichen Aktien hält der Verein. Die zur Geschäftsführung berechtigte und voll haftende Komplementärin ist die TSV München von 1860 Geschäftsführungs-GmbH, deren Anteile vollständig vom Verein gehalten werden.

Nationale und selbst europaweite Bekanntheit erwuchs dem bis dahin noch vor dem Erzrivalen FC Bayern stärksten Verein Münchens vor allem in den 1960er-Jahren, als die Fußballmannschaft nicht nur den DFB-Pokal 1963/64 und 1966 die deutsche Fußballmeisterschaft gewinnen konnte, sondern 1965 auch bis in das Finale des Europapokals der Pokalsieger vordrang, dort aber vor der Rekordkulisse von 100.000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion West Ham United mit 0:2 unterlag. Zudem können die Fußballer auf zwei Vizemeisterschaften (1931 und 1967) und einen ersten Pokalerfolg im Kriegsjahr 1942 verweisen.

Auch wenn der TSV 1860 München in der Öffentlichkeit hauptsächlich als Fußballverein bekannt ist, gab und gibt es im Verein weitere Abteilungen, die zum Teil auf nationale und internationale Erfolge blicken können. So holten Sportler des TSV 1860 München unter anderem dreimal Olympisches Gold und mehrere hundert deutsche Meistertitel.

Kurzhistorie

  • 1848: Gründung des Vereins (15. Juli)
  • 1860: Wiedergründung des Vereins (17. Mai)
  • 1899: Gründung der Fußballabteilung (6. März)
  • 1926: Vollendung des Stadionbaus an der Grünwalder Straße (Zisch-Stadion)
  • 1931: Deutscher Vizemeister
  • 1942: Deutscher Pokalsieger
  • 1963: Mitgründer der (1.) Bundesliga
  • 1964: Deutscher Pokalsieger
  • 1965: Finalist im Europapokal der Pokalsieger
  • 1966: Deutscher Meister
  • 1967: Deutscher Vizemeister
  • 1970: Abstieg in die Regionalliga (damalige 2. Liga)
  • 1972: Umzug in das neu errichtete Olympiastadion
  • 1976: Rückkehr in das Stadion an der Grünwalder Straße
  • 1982: Lizenzentzug mit Zwangsabstieg in die Amateuroberliga (3. Liga)
  • 1992–1994: Durchmarsch von der 3. bis in die 1. Liga
  • 1996: Deutscher Hallenmeister, Qualifikation für den UEFA-Pokal
  • 2000: Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League
  • 2001: Mitgründer der Allianz-Arena
  • 2002: Ausgliederung von Teilen der Fußballsparte in eine GmbH & Co. KGaA
  • 2004: Präsident Wildmoser tritt nach seiner Untersuchungshaft zurück, Nachfolger wird Karl Auer
  • 2004: Abstieg in die 2. Bundesliga und Rückkehr in das Grünwalder Stadion
  • 2005: Umzug in die neu errichtete Allianz-Arena
  • 2011: Verkauf von 60 % (49 % Stimmberechtigt, 11 % „stille“ Anteile) der GmbH-Anteile an den jordanischen Investor Hasan Ismaik
  • 2015: Relegationsspiele um den Verbleib in der 2. Bundesliga erfolgreich gestaltet
  • 2017: Sportlicher Abstieg aus der 2. Bundesliga, keine finanziellen Mittel für die 3. Liga und damit Abstieg in Regionalliga Bayern (4. Liga)
  • 2018: Meisterschaft in der Regionalliga Bayern und Aufstieg in die

    Dieser Abschnitt stellt hauptsächlich die Geschichte des Hauptvereins und der Fußballabteilung dar, historische Daten und Ereignisse anderer Abteilungen sind in den jeweiligen Abschnitten der Abteilungen zu finden. Ein Überblick über alle Platzierungen der ersten Fußballmannschaft ist unter Saisonbilanzen des TSV 1860 München zu finden.

    1848 bis 1933: Anfänge des Vereins

    Erstmals gegründet wurde der Verein als Münchner Turnverein am 15. Juli 1848 im Saal der „Buttleschen Brauerei zum Bayerischen Löwen“,[3] um nur ein Jahr später (1849) wegen „republikanischer Umtriebe“ gleich wieder verboten zu werden. Die erneute offizielle Gründung fand dann am 17. Mai 1860 statt, gefolgt von der Umbenennung in Turnverein München von 1860 im Jahre 1889. Zehn Jahre später, am 25. April 1899, wurde die Fußballabteilung der Löwen gegründet, die jedoch erst drei Jahre später, am 27. Juli 1902, erstmals ein öffentliches Spiel mit einer anderen Mannschaft ausrichtete, sie unterlag dem 1. Münchner FC 1896 mit 2:4.

    1911 wurde das gepachtete Grundstück an der Grünwalder Straße zur neuen Heimspielstätte des Vereins, auf dem wiederum 1926 das nach dem damaligen Präsidenten benannte Heinrich-Zisch-Stadion für bis zu 40.000 Zuschauer fertiggestellt wurde.

    1931 erreichte die Mannschaft erstmals das Finale der deutschen Meisterschaft, wo sie Hertha BSC unterlag.

    Hertha BSC – TSV 1860 München 3:2 (1:2)
    Austragungsort Müngersdorfer Stadion Köln, 14. Juni 1931, 50.000 Zuschauer
    Hertha BSC Paul GehlhaarWilli Völker, Rudolf WilhelmHans Appel, Ernst Müller, Alfred StahrHans Ruch, Hanne Sobek, Bruno Lehmann, Willi Kirsei, Hermann Hahn
    TSV 1860 München Alfred Riemke, Max Schäfer, Josef Wendl, Ludwig Stock, Alois Pledl, Fritz Eiberle, Ludwig Stiglbauer, Ludwig Lachner, Anton Huber, Otto Oeldenberger, Gustav Thalmeier
    Tore Tor 0:1 Oeldenberger (24.), 1:1 und 2:2 Hanne Sobek (44., 75.), 1:2 Ludwig Lachner (45.), 3:2 Willi Kirsei (89.)
    Schiedsrichter Fissenewerth (Mönchengladbach)

    1933 bis 1945: Der TSV im Nationalsozialismus

    Im Vergleich zum damals als „Judenclub“ geschmähten FC Bayern, zählten die Münchner Löwen „zu den wenigen großen Fußballvereinen, die schon vor 1933 eine deutliche Affinität zum erstarkenden Nationalsozialismus zeigten.“[4] Als einer der „nationalsozialistischen Vorzeigevereine“ (neben Werder Bremen und dem VfB Stuttgart) übernahmen bei den Löwen Nationalsozialisten wie die NSDAP- und SA-Mitglieder Fritz Ebenböck, Sebastian Gleixner und Emil Ketterer zudem fast alle hohen Ämter im Verein.[4] So wurde schon im September 1933 in einer Hauptversammlung des Turnvereins die Umsetzung des Führerprinzips beschlossen. Kurz daraufhin löste sich der gesamte übrige Sportverein auf und schloss sich im März 1934 mit allen seinen Abteilungen dem nationalsozialistisch geprägten Turnverein unter dem Namen „Turn- und Sportverein München von 1860“ an.[5] Unter dem neuen Vereinsleiter, dem SA-Sturmbannführer Fritz Ebenböck, wurde zudem eine neue Einheitssatzung beschlossen, welche auch die Übernahme eines Arierparagraphen mit einschloss. Das bedeutete den endgültigen Ausschluss für die wenigen noch verbliebenen jüdischen oder „nicht-arischen“ Vereinsmitglieder des TSV. Während die Fußballer des TSV zunächst noch erfolgreich die Besetzung ihrer Abteilung durch Nationalsozialisten verhindern konnten, übernahm mit dem NSDAP-Stadtratsmitglied Sebastian Gleixner „einer der rücksichtslosesten Rädelsführer der NSDAP in München“[5] dann auch ein hoher NS-Funktionär das Amt des Fußballabteilungsleiters.

    Dabei halfen vor allem die Beziehungen zur NSDAP dem Club, sich in den dreißiger Jahren vor der Insolvenz zu retten.[6]

    Bis in die 2000er-Jahre beschränkte sich die Selbstdarstellung des Vereins über diese Zeit rein auf das sportliche Geschehen, der politische Hintergrund wurde nicht angesprochen. Auch heute wird die NS-nahe Rolle des TSV 1860 während der NS-Zeit auf den offiziellen Internetseiten der Profifußballabteilung noch immer nicht erwähnt[7]. Allerdings unterstützt der Verein heute die seit 1995 existierende Fangruppierung „Löwenfans gegen Rechts“[8] und auch das zeitkritische Buchprojekt „Die Löwen unterm Hakenkreuz“.[4][9]

    1942 konnte mit dem Gewinn des Tschammerpokals der erste Titel auf DFB-Ebene geholt werden.

    1945 bis 1963: Nachkriegszeit und Qualifikation zur Bundesliga

    Nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete sich das sportliche Schicksal des TSV 1860 zunächst wechselhaft. 1945 war er Gründungsmitglied der neugeschaffenen Oberliga Süd und nahm 1948 als Süd-Vizemeister an der ersten Endrunde zur deutschen Fußballmeisterschaft nach dem Krieg teil, schied allerdings bereits in der Vorrunde gegen den 1. FC Kaiserslautern aus. Dies sollte vorerst die letzte Endrunden-Teilnahme des TSV 1860 werden; erst an der letzten Endrunde vor Einführung der Bundesliga 1963 nahm er wieder teil. Nach dem Abstieg aus der Oberliga Süd 1953 verbrachte er mehrere Jahre in der damaligen 2. Liga Süd (1953–55 und 1956/57), ehe der TSV ab 1957 wieder ununterbrochen in der Oberliga Süd spielte. 1961 übernahm Max Merkel die Mannschaft und führte sie gerade zur wichtigen Einführung der Bundesliga zur Meisterschaft in der Oberliga Süd, wodurch sie sich für die neugegründete Bundesliga qualifizierte.

    In der Oberliga Süd wurden insgesamt fünf Plätze für die neue Liga nach einer Zwölfjahreswertung vergeben, wobei sich die Meister der letzten Oberliga-Saison 1962/63 der fünf Oberliga-Staffeln in jedem Fall qualifizierten.

    Punkte der Zwölfjahreswertung
    der Kandidaten der Oberliga Süd
    für die Bundesliga
    01. 1. FC Nürnberg 447
    02. Eintracht Frankfurt 420
    03. Karlsruher SC 419
    04. VfB Stuttgart 408
    05. Kickers Offenbach 382
    06. FC Bayern München 288
    07. TSV 1860 München 229
    08. VfR Mannheim 227
    09. SpVgg Fürth 224
    10. 1. FC Schweinfurt 05 185
    11. FC Bayern Hof 090
    12. TSV Schwaben Augsburg 061
    13. KSV Hessen Kassel 036
  • Für die Bundesliga durch die Zwölfjahreswertung qualifiziert
  • Für die Bundesliga durch die Meisterschaft der letzten Oberliga-Saison (1962/63) qualifiziert
  • Für die Bundesliga nicht qualifiziert
  • 1963 bis 1970: Meisterschaft und Europapokal-Finale

    Im Jahr 1963 war der TSV 1860 München Mitgründer der Bundesliga. 1964 wurde der Verein zum zweiten Mal durch einen 2:0-Sieg im Finale gegen Eintracht Frankfurt DFB-Pokalsieger und kam ein Jahr später in das Finale des Europapokals der Pokalsieger. Das Finale verlor der TSV 1860 München vor 97.974 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion mit 0:2 gegen West Ham United. In der Spielzeit 1965/66 hatten die Löwen vom 8. bis zum 22. Spieltag die Tabellenspitze inne, wurden dann jedoch von Borussia Dortmund und zeitweilig auch vom FC Bayern München verdrängt. Erst am vorletzten Spieltag konnte der TSV durch ein 2:0 in Dortmund gegen den direkten Gegner die Tabellenführung zurückerobern. Mit einem 1:1 am letzten Spieltag gegen den Hamburger SV konnte der erste Platz verteidigt werden und der Verein wurde zum ersten und bis heute einzigen Mal Deutscher Meister (Spieler der Meistermannschaft siehe hier). Im nächsten Jahr konnte der Club noch Vizemeister werden, danach ging es allerdings kontinuierlich bergab und es folgte 1970 der Abstieg in die Regionalliga.

    1970 bis 1977: Zweitklassigkeit

    Seit Gründung der Bundesliga war die Regionalliga bis zur Gründung der 2. Bundesliga im Jahr 1974 die zweithöchste Spielklasse in Deutschland. Der TSV 1860 München verfehlte bis 1977 immer wieder knapp den Aufstieg in die Bundesliga.

    Am 15. August 1973 wurde beim Regionalligaspiel des TSV 1860 gegen den FC Augsburg ein ewiger Zuschauerrekord des Olympiastadions aufgestellt. Nach einem Führungstor der 60er in der dritten Minute stürmten noch vor dem Eingang auf Einlass wartende Fans das Stadion, wobei 136 Fans verletzt wurden, vor allem beim Überklettern der Abzäunung. Die Schätzungen der schließlich anwesenden Zuschauer reichen von allgemein 80.000 bis 90.000 Zuschauern bis zu 100.000 Zuschauern. Das Spiel gilt weltweit als das Zweitligaspiel mit der höchsten Zuschauerzahl und endete 1:1.[11]

    Nach dramatischen Aufstiegsspielen gegen Arminia Bielefeld kehrte 1860 nach siebenjähriger Abstinenz zur Saison 1977/78 in die Bundesliga zurück.

    1977 bis 1982: Achterbahnfahrt und Lizenzentzug

    Nur ein Jahr konnte sich der TSV 1860 München in der Bundesliga halten. Nach einem erfolglosen Bundesligaausflug musste der Verein in der Saison 1978/79 wieder in Liga 2 antreten, wo der sofortige Wiederaufstieg gelang. In der Saison 1980/81 stiegen die Löwen dann wieder aus der Bundesliga ab. Ein Jahr später entzog im Sommer 1982 der DFB dem Verein die Lizenz, da laut DFB der TSV 1860 München, der nur um einen Punkt den Aufstieg verpasst hatte, zu große finanzielle Belastungen nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga eingegangen war. Ab 1980 hatte der damals junge Rudi Völler beim TSV 1860 München gespielt; er verließ den Club aber wegen des Lizenzentzugs in Richtung Werder Bremen.

    1982 bis 1994: Die mageren Jahre bis zum Wiederaufstieg

    Der Zwangsabstieg in die Bayernliga bedeutete einen starken Umbruch in der Mannschaft der Löwen. Nachdem 14 Spieler den Verein verlassen hatten, wurden 20 neue verpflichtet. Dennoch reichte es deutlich nicht zum Wiederaufstieg. In der folgenden Saison wurde die Aufstiegsrunde erreicht, jedoch gewannen die Löwen dort nur ein Spiel, die anderen fünf gingen verloren. In der Saison 1984/85 drohte zeitweilig sogar der Abstieg in die Landesliga, obwohl sich vier Trainer versuchten, nämlich Bernd Patzke, Oktavian Popescu, Erich Beer und Wenzel Halama. Ein paar Mal ging es dann in den folgenden Saisons noch knapp am Aufstieg vorbei, bis er unter Trainer Karsten Wettberg 1991 endlich gelang. Allerdings stieg der Verein dann gleich wieder in die Bayernliga ab, aber nur für ein Jahr. Dann begann mit Werner Lorant der Durchmarsch in die Bundesliga.

    Der Jubel der Fans war überwältigend, als in Meppen das letzte Spiel der Zweitligasaison 1993/94 abgepfiffen war, der TSV 1860 München mit einem 1:0-Sieg als erster Verein überhaupt den direkten Durchmarsch aus der Bayernliga in die Bundesliga geschafft hatte und dieser nach 13-jähriger Abwesenheit wieder angehörte.

    1994 bis 2004: Die Jahre in der Bundesliga

    Bis 2000 konnte sich 1860 stets steigern – holte Stars wie Thomas Häßler und Martin Max – und erreichte neben einigen Teilnahmen am UI-Cup sowie dem UEFA-Pokal die Qualifikation zur Champions League durch einen 4. Platz in der Bundesliga. In der Saison 1999/2000 gelang es dem TSV 1860 außerdem erstmals, beide Derbys in einer Spielzeit gegen den FC Bayern München zu gewinnen (1:0, 2:1). Sportlich konnte der TSV aber nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen. Schließlich wurde Werner Lorant am 18. Oktober 2001 entlassen, nachdem die Mannschaft fünf Tage zuvor eine 1:5-Niederlage gegen den FC Bayern München erlitten hatte.

    Die Stadionfrage eskalierte in dieser Zeit, nachdem der Verein 1995 einen Umbau des Stadions an der Grünwalder Straße nicht mehr weiterverfolgte und die Spiele ab sofort komplett im von vielen Fans ungeliebten Olympiastadion stattfanden. Nach einer anfänglichen Euphoriewelle mit Vereinsrekorden in Sachen Zuschauerschnitt und guten Erfolgen in der Bundesliga ebbte das Interesse an den Löwen auch aufgrund nachlassender Leistungen allmählich ab. Unter den Fans gab es große Differenzen wegen der Spielortfrage, die zu einer regelrechten Spaltung zwischen verschiedenen Fangruppen führten. Hart diskutiert wurde zwischen diesen Gruppen auch der mögliche Umbau des Olympiastadions und die Beteiligung des TSV 1860 München am Neubau der Allianz Arena in Fröttmaning.

    Nachdem 1860 unter Lorants Nachfolger Peter Pacult nicht an die Erfolge aus der Saison 1999/2000 anknüpfen konnte, wurde dieser im März 2003 durch Falko Götz abgelöst. Dieser musste den Kader aus finanziellen Gründen umbauen und die „Altstars“ Häßler, Max und Davor Šuker durch junge Spieler ersetzen. Nach einem ordentlichen Saisonstart geriet Götz’ Mannschaft jedoch zu Beginn der Rückrunde in den Abstiegskampf. Da zudem Vereinspräsident Karl-Heinz Wildmoser und sein Sohn Karl-Heinz Wildmoser junior im März 2004 wegen Bestechungsvorwürfen im Zuge des Stadionbaus festgenommen wurden, schlitterte der Verein binnen kurzer Zeit in eine bedrohliche Krise. Kompetenzstreitigkeiten zwischen dem medial unerfahrenen Großmetzger Karl Auer, der Wildmoser als Präsident nachgefolgt war, und dem Ex-Kultusminister Hans Zehetmair als Vizepräsidenten gipfelten in der Entlassung von Trainer Götz. Zehetmair, der die Demission des Trainers ohne Rücksprache mit Präsident und Geschäftsführung als erster verkündet hatte, wurde für sein Vorpreschen scharf kritisiert und trat daraufhin zurück. Nachfolger von Götz wurde der ehemalige Spieler Gerald Vanenburg, der den Abstieg der 60er in die Zweitklassigkeit jedoch nicht mehr verhindern konnte.

    Später wurde das Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser eingestellt, während sein Sohn, der zugleich Geschäftsführer des Vereins sowie der Stadionbetreibergesellschaft der Allianz Arena war, zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde.

    2004 bis 2011: Mittelmaß in der zweiten Liga

    Nachfolger Vanenburgs als Chefcoach wurde der zweitligaerfahrene Rudi Bommer, unter dessen Ägide der direkte Wiederaufstieg angepeilt wurde. Dieser wurde jedoch aufgrund sportlichen Misserfolgs bereits im November 2004 entlassen und durch Reiner Maurer, den vormaligen Co-Trainer und Cheftrainer der U23, ersetzt. Nach einer starken Rückrunde platzten die Aufstiegshoffnungen von 1860 erst am letzten Spieltag, so dass die Mannschaft am Ende nur den vierten Platz belegte.

    Allianz Arena blau leuchtend

    Die erste Spielzeit in der neuen Allianz Arena begann für die Löwen vielversprechend; zu Beginn der Hinrunde war das Team zeitweilig noch Tabellenführer, zählte zur Winterpause jedoch nur noch zum erweiterten Favoritenkreis. Ein 0:0 zu Rückrundenbeginn gegen den Tabellenletzten LR Ahlen führte zur Entlassung von Trainer Maurer. Dessen Nachfolger wurde Walter Schachner, zudem übernahm Stefan Reuter den Posten als Manager.

    Wirtschaftlich und sportlich war das Frühjahr 2006 für 1860 bedrohlich. Im März erklärte Präsident Auer seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen, sein Nachfolger wurde der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Alfred Lehner. Als Geschäftsführer wurde Stefan Ziffzer installiert. Kurze Zeit später rettete der FC Bayern die Löwen vor der Insolvenz, indem er die Anteile an der Allianz Arena für 11 Millionen Euro abnahm und ein Rückkaufsrecht zusicherte. Der Verein geriet unter dem Trainer Walter Schachner in akute Abstiegsgefahr. Erst am vorletzten Spieltag sicherte sich der TSV 1860 München durch einen 1:0-Heimsieg gegen den Abstiegsmitkonkurrenten 1. FC Saarbrücken den Klassenerhalt. Letztlich beendete die Mannschaft die Saison auf dem 13. Platz.

    Die Jugendarbeit des Clubs war dagegen von Erfolg gekrönt. Die B-Junioren (U 17) holten zum ersten Mal die deutsche Meisterschaft. Der DFB verlieh die Fritz-Walter-Medaille an die Brüder Lars (Gold, Jahrgang 1989) und Sven Bender (Bronze, Jahrgang 1989) sowie an Alexander Eberlein (Silber, Jahrgang 1988).

    Albrecht von Linde wurde am 28. März 2007 neuer Präsident des Vereins. Der Wiederaufstieg in die Bundesliga gelang jedoch auch im dritten Anlauf nicht. Nach einer Saison ohne Höhen und Tiefen erreichte der Club unter Walter Schachner und dessen Nachfolger Marco Kurz, der das Team im Frühjahr 2007 übernommen hatte, den achten Platz in der Endabrechnung. Wirtschaftlich erreichte 1860 in der Saison 2006/07 wieder ruhigeres Fahrwasser.

    Nach einer guten Hinrunde in der Saison 2007/08 rutschte die Mannschaft in der Rückrunde ins Mittelfeld ab. Der Klassenerhalt wurde erst am vorletzten Spieltag mit einem 1:1 im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück gesichert, in der Rückrundentabelle belegte der Verein sogar den letzten Tabellenplatz. Nach dem Spiel gegen Osnabrück sagte Geschäftsführer Stefan Ziffzer über Präsident von Linde: „Der Fisch stinkt vom Kopf her, und bei uns ist der Kopf der Präsident. Dieser Präsident ist eine Schande.“[12] Von Linde sprach daraufhin in Gegenwart von Sponsoren, die Ziffzer applaudierten, die fristlose Kündigung aus. Grund der Auseinandersetzung waren diametrale Ansichten über den wirtschaftlichen Kurs der Fußballabteilung und vom Präsidium nicht dementierte Medienberichte über einen anstehenden Rauswurf des sportlichen Leiters Stefan Reuter. Am 26. Mai 2008 erklärte Albrecht von Linde seinen Rücktritt, der Aufsichtsrat kürte noch in derselben Sitzung einstimmig Rainer Beeck zu seinem Nachfolger.

    Nach lediglich acht Siegen im Kalenderjahr 2008 und einer weiteren Niederlage im ersten Spiel des Jahres 2009 wurde Geschäftsführer Stefan Reuter beurlaubt. Manfred Stoffers folgte ihm als Geschäftsführer nach, Miroslav Stević wurde neuer Sportdirektor. Ende Februar wurde auch Cheftrainer Marco Kurz beurlaubt, seine Nachfolge trat der bisherige Co-Trainer Uwe Wolf an. Unter dessen Leitung gewannen die Löwen die nächsten beiden Spiele, in den neun anschließenden Spielen konnte die Mannschaft jedoch nur sechs weitere Punkte, wovon kein Spiel ein Sieg war, einfahren. Nach dem 32. Spieltag wurde Wolf durch Ewald Lienen abgelöst. Aus den letzten beiden Saisonspielen holte die Mannschaft einen Punkt, was zum Klassenerhalt ausreichte.

    Im Frühjahr 2009 war Nicolai Schwarzer aus Berlin als neuer Investor im Gespräch und leistete eine Anzahlung auf den Kaufvertrag. Nach Querelen in und zwischen Geschäftsführung, Aufsichtsrat und der DFL (Deutsche Fußball Liga) stieg Schwarzer wieder aus. Die bereits geleistete Anzahlung wurde in ein langfristiges Darlehen umgewandelt, das der TSV 1860 mit dem Einstieg des Investors Hasan Ismaik (unter Verzicht Schwarzers auf einen Teil seiner Investitionen) 2011 zurückzahlte.[13][14]

    Die Spielzeit 2009/10 lief zu Beginn wenig erfolgreich für den TSV 1860, zwischenzeitlich drohte die Mannschaft sogar auf den Abstiegsrelegationsplatz zu fallen. Im Laufe der Hinrunde stabilisierten sich die Löwen jedoch und beendeten die Saison schließlich auf Platz 8, was zum ersten Mal seit dem Abstieg, bis auf die Saison 2006/07, eine Verbesserung gegenüber der Vorsaison bedeutete. Im DFB-Pokal 2009/10 gelang es den Sechzgern nach einem Sieg gegen Hertha BSC in das Achtelfinale des Pokals aufzusteigen. Dort scheiterten sie schließlich am FC Schalke 04. Auf Wunsch des Trainers Ewald Lienen wurde der Vertrag aufgelöst. Er wechselte zu Olympiakos Piräus. Sein Nachfolger wurde Reiner Maurer. Im Juni 2010 trat Geschäftsführer Manfred Stoffers nach einem in der I. Instanz gegen die Allianz Arena GmbH verlorenen Prozess wegen der Zahlung von Catering-Kosten zurück. Am 28. Juli 2010 verstarb der ehemalige Präsident Karl-Heinz Wildmoser. Seit dem 1. August 2010 war Robert Niemann Nachfolger von Manfred Stoffers. Im Oktober 2010 wurden dem TSV 1860 zwei Punkte wegen Verstößen gegen die Lizenzierungsordnung abgezogen.

    2011 bis 2017: Einstieg von Hasan Ismaik und Niedergang

    Die finanzielle Situation blieb weiter angespannt, es wurden deshalb während der Spielzeit 2010/11 mehrere Spieler verkauft oder abgegeben. Im weiteren Saisonverlauf sprachen Vertreter des Vereins mehrmals davon, dass dieser kurz vor der Insolvenz stehe. Nachdem bereits im Jahr zuvor Gerüchte über den Einstieg eines Investors aus dem arabischen Raum aufgekommen waren, konkretisierten sich diese Anfang April 2011, als der jordanische Geschäftsmann Hasan Ismaik Interesse an einem Einstieg beim TSV 1860 bekundete. In den folgenden Wochen wurden mehrere Bedingungen erfüllt, so verzichteten unter anderem die Gläubiger von 1860 München auf 40 Prozent der jeweiligen Forderungen. Die DFL wies den eingereichten Vertragsvorschlag zweimal zurück, akzeptierte ihn aber nach diversen Anpassungen. Nachdem die Mannschaft die Spielzeit sportlich im Tabellenmittelfeld abgeschlossen hatte, wurde der Kooperationsvertrag zwischen 1860 und Ismaik am 30. Mai 2011 unterzeichnet, der Ismaiks Firma HAM International Limited mit Sitz in Dubai 60 Prozent der Anteile der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA übertrug und damit durch eine Überweisung von 18,4 Millionen Euro vor der Insolvenz rettete. Um die 50+1-Regel einzuhalten, hält Ismaik allerdings nur 49 Prozent der Stimmrechte.[15][16] Zum Einstieg formulierte Ismaik seine Ziele: „Wir wollen die Sechziger stark machen, wir wollen keine finanziellen Löcher mehr, wir wollen innerhalb von drei Jahren in die erste Liga.“[17]

    In der Saison 2011/12 konnte der TSV 1860 zum ersten Mal seit der Saison 2005/06 einen höheren Heimzuschauerschnitt im Vergleich zur Vorsaison nachweisen.[18] Durch den Aufstieg der SpVgg Greuther Fürth in jener Saison waren die Löwen seit der Saison 2012/13 die am längsten in der 2. Liga verweilende Mannschaft. Nach einem guten Saisonstart 2012/13 mit 16 Punkten und ohne Niederlage wurde Trainer Reiner Maurer entlassen, nachdem aus den darauffolgenden sechs Spielen lediglich vier Punkte geholt worden waren.[19] Am 15. Januar 2013 wurde nach einer mehrstündigen Aufsichtsratssitzung bekanntgegeben, dass Sven-Göran Eriksson als zweiter Trainer neben Alexander Schmidt verpflichtet werden solle.[20] Dieser sagte dem Verein jedoch wenige Tage später ab.[21]

    Nachdem kurz nach dem Saisonstart 2013/14 die Mannschaft nur im Mittelfeld der Tabelle lag, zog die Vereinsführung die Konsequenzen und entließ Trainer Schmidt bereits nach 6 Spieltagen zum 31. August 2013, um die „Ziele für diese Saison nicht zu gefährden“.[22] Am 7. September 2013 wurde die Verpflichtung von Friedhelm Funkel verkündet.[23] Am 2. April 2014 teilte der Verein die Beendigung der Zusammenarbeit mit Trainer Friedhelm Funkel zum Saisonende mit.[24] Nach dem nächsten Spiel wurde er freigestellt und Co-Trainer Markus von Ahlen übernahm die Mannschaft bis Saisonende.

    Neuer Trainer zur Saison 2014/15 wurde der Niederländer Ricardo Moniz, der vollmundig das Ziel ausgab Zweitligameister zu werden, [25] der aber nach einem enttäuschenden Saisonauftakt bereits am 24. September 2014 wieder entlassen wurde,[26] woraufhin Markus von Ahlen als Trainer zurückkehrte. Bereits im August wurden Julian Weigl, Yannick Stark, Vitus Eicher und Daniel Adlung degradiert, nachdem diese nach einer 0:3 Niederlage gegen Leipzig bis Mitten in der Nacht feiern waren und über den Verein gelästert haben.[27]

    Am 17. Februar 2015 wurde van Ahlen beurlaubt und durch Torsten Fröhling, den Trainer der U-21-Mannschaft, ersetzt. Mit ihm als Trainer beendete der TSV 1860 die Saison auf Tabellenplatz 16 und musste damit in zwei Relegationspartien gegen Holstein Kiel um den Verbleib in der Zweitklassigkeit spielen. Nach einem torlosen Remis vor auswärtiger Kulisse gewann die Mannschaft das Rückspiel am 2. Juni 2015 in München mit 2:1 und verhinderte somit einen Abstieg in der Saison 2015/16.[28]

    Aufgrund der vorausgegangenen Misserfolge des Vereins und gescheiterten Verhandlungen mit dem Investor Ismaik trat das Präsidium in der Sommerpause 2015 mit sofortiger Wirkung geschlossen zurück.[29] Im November 2015 wurde Peter Cassalette als neuer Präsident gewählt. Fröhlings Vertrag wurde bis 2016 verlängert, nachdem man zuvor eine Verpflichtung Felix Magaths in Erwägung gezogen hatte.[30] Am 6. Oktober 2015 wurde Fröhling beurlaubt; Benno Möhlmann wurde neuer Trainer.[31] Im April 2016, nach 19 Punkten in 19 Spielen bei 10 Niederlagen, trennte man sich wieder von Möhlmann. Der bisherige U-21-Coach Daniel Bierofka übernahm die Mannschaft auf dem vorletzten Tabellenplatz. Er konnte mit drei Siegen in Serie die Löwen vor dem Sturz in die Drittklassigkeit bewahren. Im Juni 2016 wurde Eichin als Nachfolger von Oliver Kreuzer Geschäftsführer Sport beim TSV 1860 München.

    Zur Saison 2016/17 übernahm Kosta Runjaic den Posten des Cheftrainers. Verpflichtet wurden u. a. bundesligaerfahrene Spieler wie Ivica Olić oder Stefan Aigner. Zudem brachte Ismaik einen Stadionneubau ins Gespräch. Die neue Löwenarena sollte Platz für ca. 50.000 Fans bieten und neben dem Stadion sollte zudem ein Löwenzoo entstehen.[32] Da die Löwen entgegen den Erwartungen in der Hinrunde jedoch wieder in den Abstiegskampf involviert waren, gab Ismaik am 17. Dezember 2016 bekannt, dass man die Zusammenarbeit mit Runjaic beendet. In diesem Zusammenhang wurde auch der Geschäftsführer der KGaA, Thomas Eichin, öffentlich demontiert, da die Entlassung über Eichin hinweg von Ismaik entschieden wurde. Im November 2016 wurde Eichin auf Initiative von Hasan Ismaik als Geschäftsführer abbestellt und zum Sportdirektor degradiert sowie kurz darauf beurlaubt.[33] Als Nachfolger für Eichin als Geschäftsführer wurde der US-Amerikaner Anthony Power installiert.[34] Wirtschaftlich gesehen wurde in der Saison viel in die Mannschaft investiert. Zum Beispiel wurde der brasilianische Stürmer Ribamar für 3,2 Millionen von Botafogo FR verpflichtet.[35] Neben den späteren Aufsteigern VfB Stuttgart und Hannover 96 unterhielt der TSV 1860 den teuersten Kader der Liga.[36]

    Nachdem Daniel Bierofka das Amt des Trainers bis Ende der Hinrunde interimsweise übernommen hatte, wurde anschließend im Dezember 2016 der ehemalige FC-Porto- und Olympiakos-Piräus-Trainer Vítor Pereira vorgestellt.[37] Im April 2017 wurde Ian Ayre vom FC Liverpool als neuer Geschäftsführer der KGaA verpflichtet.[38] Der sportliche Niedergang setzte sich allerdings fort. Die Saison schloss man mit 36 Punkten auf dem Relegationsplatz ab. Dort traf der TSV auf den SSV Jahn Regensburg. Nach einem 1:1-Unentschieden im Hinspiel in Regensburg und einer 0:2-Heimniederlage im Rückspiel, das in den Schlussminuten von Ausschreitungen der 1860-Fans überschattet wurde, stieg der Verein aus der 2. Bundesliga ab.[39]

    Seit 2017: Gegenwart

    Spielszene aus dem Auswärtsspiel in der Regionalliga Bayern gegen den VfB Eichstätt im Jahr 2017

    Noch am Tag des Abstiegs aus der 2. Bundesliga trat der Präsident des e. V., Peter Cassalette, von seinem Amt zurück. Schon am Mittag vor dem Relegationsrückspiel war der weniger als acht Wochen zuvor verpflichtete Geschäftsführer der KGaA, Ian Ayre, von seinem Amt zurückgetreten.[40] Der für den Erhalt der Lizenz für die 3. Liga nötige Geldbetrag wurde nicht bis zum Fristende hinterlegt. Grund dafür waren Differenzen zwischen dem e. V. und Hasan Ismaik als Gesellschafter der KGaA. Anschließend wurde der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Robert Reisinger übergangsweise zum neuen Präsidenten des e. V. ernannt[41] und im Juli 2017 auf der Mitgliederversammlung ins Amt gewählt sowie der Wirtschaftswissenschaftler Markus Fauser, Partner und Geschäftsführer[42] eines auf Interim-Management spezialisierten Unternehmens,[43] übergangsweise zum Geschäftsführer der KGaA bestellt.[44]

    In der Spielzeit 2017/18 trat die Mannschaft in der Regionalliga Bayern an;[45] neuer Trainer wurde Daniel Bierofka. Den Kern der Mannschaft bildete die zweite Mannschaft (U21) aus der Vorsaison, mit der Bierofka den zweiten Tabellenplatz in der Regionalliga Bayern belegt hatte. Aus dem Stammkader des Profikaders verblieben Jan Mauersberger und Sascha Mölders. Punktuell wurde die Mannschaft mit einigen externen Zugängen, wie Timo Gebhart, verstärkt. Kurz vor dem Saisonstart konnte eine Insolvenz der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, nicht zuletzt aufgrund der Kündigung des Mietvertrages für die Allianz Arena und der damit verbundenen Rückkehr in das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße, abgewendet werden.[46] Am 31. Oktober 2017 errang der Verein mit 43:13 Toren, dreizehn Siegen und nur zwei Niederlagen am 19. Spieltag die Herbstmeisterschaft in der Regionalliga Bayern.[47] Im Januar 2018 folgte Michael Scharold auf Markus Fauser als Geschäftsführer[48], zudem wurde Günther Gorenzel als sportlicher Leiter verpflichtet.[49] Am 5. Mai 2018 wurde der TSV 1860 München mit einem 3:0-Auswärtssieg gegen den FC Pipinsried Meister in der Regionalliga.[50] In den Aufstiegsspielen traf die Mannschaft auf den Südwest-Meister 1. FC Saarbrücken. Nach einem 3:2-Auswärtssieg und mit einem 2:2 vor heimischem Publikum stieg der TSV 1860 München in die 3. Liga auf.

    Fußball-Regionalliga BayernFußball-Bayernliga2. Fußball-Bundesliga

    Wappen

    Anmerkung: Diese Galerie listet nur Schwarzweiß-Abbilder der teils farbigen Wappen

    In den Anfangsjahren benutzten die Turner und Sportler des Vereins das Turnerkreuz, das aus den vier F des Wahlspruchs „frisch, fromm, fröhlich, frei“ zusammengesetzt ist, als Vereinswappen.[51] Später verwendete der TV München ein Logo, in dem die drei Buchstaben T, V und M übereinander gelegt waren. Form und Art der drei Buchstaben war hierbei variabel. Diese drei Buchstaben standen auch im Zentrum des Wappens der Spielmannschaft, die sich 1899 gegründet hatte. Die „Spielmannschaft“ umrundet hier das Vereinslogo, im unteren Zentrum des Wappens ist ein Spielball dargestellt. Nach der Umbenennung des Vereins in TSV 1860 erhielten auch die Fußballer eine neue Bezeichnung: „Fußballabteilung im TSV 1860 München“. In deren neuen ellipsenförmigen Wappen heben zwei stilisierte Hände einen Ball in die Höhe.[52]

    Anmerkung: Diese Galerie listet nur Schwarzweiß-Abbilder der teils farbigen Wappen

    Auf der Suche nach einem eigenen Emblem wurde der bürgerliche Verein in den 1870ern beim bayerischen Löwen fündig, der Ausdauer und Mut symbolisierte.[51] Mit Beschluss vom 13. März 1880 übernahm er den Löwen als Vereinszeichen.[53] Seitdem treten die Sportler der Sechzger „mit dem Löwen auf der Brust“ zu ihren Wettkämpfen an. Wie bei heraldischen Löwen oftmals üblich, war auch der Löwe des Münchner Turnvereins doppelschwänzig. Um einer Verwechslung mit dem Löwenbräulöwen aus dem Weg zu gehen, wurden die beiden Schwänze angepasst und hintereinander geschlungen, während beim Brauereilöwen die beiden Schwänze in Symmetrie zueinander stehen.

    1911 wurde der Löwe schließlich auch als offizielles Vereinswappen übernommen.[51] Nach der reinlichen Scheidung bekamen der TV und der SV ähnliche Wappen, bei beiden wird der Löwe von einer weiß-blau gestreiften Raute eingefasst. Während der Löwe im TV-Wappen von einem noch heute üblichen Achteck umrandet wird, hebt sich der mit „1860“ unterschriebene SV-Löwe in einem einfachen Rechteck von der Raute ab. Im Lauf der Jahre änderte sich die Gestalt des Löwen mehrmals, die achteckige Umrandung gehörte dabei fast immer zum Gesamtbild, auch die Jahreszahl „1860“ wurde meistens im Wappen dargestellt.

    In den 1950ern wurde die Gestalt des Löwen erneut geändert. Nun hatte der Verein ein Wappen, das auf der Spielerkleidung bis 1973 Bestand haben sollte. Dieses Wappen wurde auch in jüngerer Vergangenheit wieder auf diversen Fanartikeln und dem Jubiläumstrikot zur 150-Jahr-Feier verwendet. 1973 wurde der Löwe in seiner heutigen Form auch auf den Trikots getragen, nachdem er in dieser Gestalt im Verein schon seit längerem benutzt worden war. Seitdem dient dieses Wappen als offizielles Vereinswappen, dabei wird der Löwe mitsamt dem Gründungsjahr vom bekannten Achteck eingerahmt. Seltener fanden in der jüngeren Vergangenheit der Löwe ohne „1860“ oder mit der weiß-blauen Raute im Hintergrund Verwendung. Zur 150-Jahr-Feier im Jahr 2010 wurde ein spezielles Logo gestaltet, bei dem der Kopf des Löwen über dem Schriftzug „150 Jahre TSV 1860“ prangt.

    Personen

    In diesem Abschnitt sind aktuelle Personalien und bedeutende ehemalige Spieler aufgelistet. Weitere aktuelle und historische Personalien sind unter TSV 1860 München/Personen zu finden.

    Erste Mannschaft

    Aktueller Kader

    Stand: 31. August 2018 [54]

    Nr. Nat. Spieler Geburtstag im Verein seit
    Tor
    01 DeutschlandDeutschland Marco Hiller 20. Februar 1997 2008
    30 DeutschlandDeutschland Johann Hipper2 30. September 1998 2017
    39 DeutschlandDeutschland Hendrik Bonmann 22. Januar 1994 2017
    40 DeutschlandDeutschland Tim Kretzschmar 19. Januar 1999 2017
    Abwehr
    02 DeutschlandDeutschland Eric Weeger 2. Februar 1997 2011
    04 DeutschlandDeutschland Felix Weber (C)Kapitän der Mannschaft 18. Januar 1995 2004
    06 DeutschlandDeutschland Jan Mauersberger 17. Juni 1985 2016
    11 DeutschlandDeutschland Christian Köppel 3. November 1994 2007
    22 DeutschlandDeutschland Aaron Berzel 29. Mai 1992 2017
    27 DeutschlandDeutschland Semi Belkahia 22. Dezember 1998 2018
    28 DeutschlandDeutschland Herbert Paul 11. Februar 1994 2018
    32 DeutschlandDeutschland Simon Lorenz 30. März 1997 2018
    36 DeutschlandDeutschland Phillipp Steinhart 7. Juli 1992 2017
    44 RusslandRussland Leon Klassen2 29. Mai 2000 2017
    Mittelfeld
    05 DeutschlandDeutschland Quirin Moll 21. Januar 1991 2018
    08 DeutschlandDeutschland Simon Seferings 5. Juli 1995 2015
    14 DeutschlandDeutschland Dennis Dressel2 26. Oktober 1998 2007
    16 DeutschlandDeutschland Benjamin Kindsvater 8. Februar 1993 2017
    17 DeutschlandDeutschland Daniel Wein 5. Februar 1994 2017
    19 ItalienItalien Alessandro Abruscia 12. Juli 1990 2018
    20 DeutschlandDeutschland Efkan Bekiroğlu 14. September 1995 2018
    21 TurkeiTürkei Uğur Türk2 24. Juni 1997 2010
    31 DeutschlandDeutschland Kodjovi Koussou 22. Juni 1992 2016
    34 DeutschlandDeutschland Kristian Böhnlein 10. Mai 1990 2018
    38 FrankreichFrankreich Romuald Lacazette 3. Januar 1994 2018
    Sturm
    07 DeutschlandDeutschland Stefan Lex 27. November 1989 2018
    09 DeutschlandDeutschland Sascha Mölders 20. März 1985 2016
    10 DeutschlandDeutschland Adriano Grimaldi 5. April 1991 2018
    18 DeutschlandDeutschland Nico Karger 1. Februar 1993 2009
    23 DeutschlandDeutschland Nicholas Helmbrecht 30. Januar 1995 2015
    24 DeutschlandDeutschland Markus Ziereis 26. August 1992 2017
    25 DeutschlandDeutschland Marius Willsch 18. März 1991 2018
    35 DeutschlandDeutschland Noel Niemann 14. November 1999 2017
    2 auch im Kader der zweiten Mannschaft (U21)

    Transfers 2018/19

    Zugänge Abgänge
    Sommer 2018
    a. ausgeliehen
    w.a. war ausgeliehen

    Trainerstab

    Zum Trainerstab gehören Cheftrainer Daniel Bierofka, die Co-Trainer Oliver Beer und Franz Hübl, Fitnesstrainer Ingo Seibert und Torwarttrainer Harald Huber.

    Weitere Angehörige des Betreuer- und Funktionsteams sind auf der Unterseite Personen aufgelistet.

    Bedeutende ehemalige Spieler

    Dieser Abschnitt stellt eine Auswahl für 1860 bedeutende Spieler dar.[55] Namhafte Spieler, die zwar einmal beim TSV 1860 gespielt haben, deren Wirken dort aber nicht herausragend war, finden keine Erwähnung, beispielsweise Klaus Fischer, Wiggerl Kögl oder Marcel Schäfer. Die hier gelisteten Spieler waren – in ihrer Zeit bei den Münchner Löwen – entweder deutscher A-Nationalspieler, Deutscher Meister, haben über 200 Pflichtspiele bestritten, mindestens 50 Pflichtspieltore erzielt oder haben sich in einer anderen Weise besonders um den TSV 1860 verdient gemacht.

    Eine Auflistung aller Spieler seit 1945 findet sich unter Liste der Fußballspieler des TSV 1860 München bzw. Liste der Fußballspieler des TSV 1860 München/Liga. Eine Auflistung aller A-Nationalspieler ist auf der Unterseite Personen aufgeführt.

    Die Meistermannschaft 1965/66

    Die Spieler, die 1966 unter ihrem Trainer Max Merkel den deutschen Meistertitel gewannen, haben sich in der Geschichte des TSV 1860 einen besonderen Stellenwert erarbeitet, da der Gewinn der deutschen Meisterschaft den größten Erfolg der Fußballabteilung darstellt. Teilweise treffen sich die Spieler noch heute in unregelmäßigen Abständen im Rahmen von Veranstaltungen des TSV 1860.

    • Bubi Bründl (1965–1968, Sturm, 50 Pflichtspiele/16 Tore während seiner Zeit bei 1860 München): 0 Ligaspiele/0 Tore in der Meistersaison
      In der Meistersaison vollendete Bründl sein 19. Lebensjahr und war damit zu jung für einen Einsatz in der ersten Mannschaft, auch wenn er nominell bereits zum Kader zählte. In den beiden folgenden Spielzeiten kam er regelmäßig zum Einsatz und schoss in 42 Ligaspielen 13 Tore.
    • Rudi Brunnenmeier (1960–1968, Sturm, 239/158): 27/15
      Mit 66 Treffern ist Brunnenmeier Bundesliga-Rekordtorschütze für 1860, 1964/65 wurde er mit 24 Treffern Torschützenkönig in der Bundesliga. Auch im Europapokal ist er mit 10 Treffern vereinsinterner Rekordtorschütze. Insgesamt schoss er 139 Ligatore – so viele wie kein anderer Spieler nach 1945. Er kam auf fünf Einsätze in der Nationalmannschaft und erzielte dort drei Tore.
    • Peter Grosser (1963–1969, Mittelfeld, 166/61): 32/18
      Als Mittelfeldregisseur und Techniker war Grosser Kapitän der Meisterelf. Zweimal wurde er in die Nationalmannschaft berufen.
    • Fredi Heiß (1959–1970, Sturm, 279/69): 31/10
      Heiß spielte von der Jugend bis zum Karriereende beim TSV 1860. Achtmal kam er für die deutsche Nationalmannschaft zum Einsatz. Später war er Fußballabteilungsleiter und kurzzeitig Vizepräsident des Vereins.
    • Wilfried Kohlars (1962–1971, Mittelfeld, 196/67): 19/0
      Kohlars war einer von fünf Spielern, die in allen sieben Bundesligajahren in den 1960ern zum Aufgebot der Münchner Löwen gehörte. Wenn auch oft nur Ergänzungsspieler, erzielte er 45 Tore in der Bundesliga.
    • Timo Konietzka (1965–1967, Sturm, 59/39): 33/26
      In der Meistersaison war er vereinsinterner Torschützenkönig, ligaweit hinter Lothar Emmerich auf Platz 2. Das erste Tor in der Meisterspielzeit schoss er in der ersten Saisonminute gegen den Aufsteiger FC Bayern.
    • Hennes Küppers (1961–1968, Mittelfeld, 212/73): 19/4
      Der „Meister des langen Passes“[56] schoss in der Bundesliga für 1860 47 Tore und bereitete 33 weitere vor. Siebenmal spielte er in der Nationalmannschaft und schoss dabei zwei Tore.
    • Otto Luttrop (1963–1966, Sturm, 106/21): 22/1
      In seinen drei Jahren in München erlebte der wegen seines heftigen Schusses „Atom-Otto“ genannte[57] Offensivspieler Pokalsieg, Europapokalfinale und Meisterschaft. Im Europapokalhalbfinale schoss Luttrop alle drei Tore.
    • Bernd Patzke (1964–1969 und 1973–1974, Abwehr, 177/3): 28/0
      Als einziger amtierender deutscher Meister fuhr er mit zur WM 1966, kam aber nicht zum Einsatz. Insgesamt bestritt er 18 Länderspiele, mehr als doppelt so viele wie jeder andere deutsche Nationalspieler beim TSV 1860. Mitte der 1980er trainierte er ein Jahr lang die Bayernligamannschaft.
    • Željko Perušić (1965–1970, Abwehr, 162/1): 34/0
      Von 1965 bis 1968 kam Peru in fast jedem Spiel zum Einsatz. Sein einziges Tor schoss er 1968 im Derby.
    • Petar Radenković (1962–1970, Tor, 292/1): 34/0
      Der jugoslawische Torwart war acht Jahre lang die „Nummer 1“ beim TSV 1860, nur zu Beginn der Spielzeit 1966/67 wurde er kurzzeitig von Wolfgang Fahrian verdrängt. Radi, der sich selbst als „bestes Torwart von Welt“[58] bezeichnet hatte, war auch für seine Torhüter-untypischen Ausflüge bis in die gegnerische Spielhälfte bekannt. Mit 27 Einsätzen ist er Rekordspieler für 1860 im Europapokal, wo er per Elfmeter auch sein einziges Pflichtspieltor erzielte.
    • Hans Rebele (1961–1969 und 1970–1972, Sturm, 231/54): 22/5
      Der zweimalige Nationalspieler kam aus der eigenen Jugend und spielte anfangs als Halbstürmer, später als Linksaußen. In 17 Europapokalspielen schoss er acht Tore.
    • Hans Reich (1960–1969 und 1974–1976, Abwehr, 287/7): 26/0
      1964/65 kam Reich in allen 43 Pflichtspielen der Spielzeit zum Einsatz. Insgesamt spielte er 142-mal in der Bundesliga für den TSV.
    • Rudolf Steiner (1960–1969, Abwehr, 206/5): 9/0
      Steiner bestritt 118 Bundesligaspiele. 1964 kam er zu seinem einzigen Einsatz in der Nationalelf.
    • Manni Wagner (1958–1971, Abwehr, 344/8): 26/0
      Mit 344 Pflichtspieleinsätzen ist Wagner Rekordspieler des TSV 1860 nach 1945.
    • Rudolf Zeiser (1962–1970, Mittelfeld, 227/11): 12/0
      Zeiser, der schon in den 1950ern in der Amateurmannschaft der Sechzger gespielt hatte, kam in 167 Bundesligaspielen zum Einsatz.
    • Auch Hans Fischer, Helmut Richert,
      • Josef Braumüller (1905–1920er)
        Bereits seit 1902 spielte der Brause in der Jugend der Sechzger. Während der Zeit in der ersten Mannschaft war er Kapitän und Betreuer zugleich. Daneben fungierte er auch als Trainer, Funktionär und Schiedsrichter. Auch in anderen Sportarten wie Turnen, Schwimmen, Faustball, Tennis und Bergsteigen war er aktiv.
      • Josef Bruglachner (1908–1923, Abwehr)
        Neben Braumüller war der Verteidiger eine der zentralen Personen der Anfangsjahre der Fußballabteilung. In dieser frühen Zeit kam wohl kein anderer Löwenspieler auf mehr Einsätze in diversen regionalen Auswahlmannschaften.
      • Sebastian Gabler (1911–1928, Mittelfeld)
        Der Wastä zählte als Linksaußen lange Zeit zu den Stützen der Mannschaft. Er bekam zahlreiche Berufungen in verschiedene Auswahl- und Repräsentativmannschaften.
      • Franz Piehler (1911–1929, Sturm)
        Pietsche Piehler war so lange wie kein anderer auf der Mittelstürmerposition gesetzt. Oft wurde er in diverse Auswahl- und Repräsentativmannschaften berufen.
      • Hermann Harlander (1912 bis ca. 1930, Sturm)
        Anfangs als Stürmer, später als Verteidiger überzeugte Harlander durch „überragende Ruhe, Technik, Täuschen und furchtloses Angehen des Gegners“,[59] wie Der Fußball schrieb.
      • Karl Faubel (ca. 1913–1929, Sturm)
        Zusammen mit Sebastian Gabler war Faubel jahrelang auf der linken Flügelseite des Löwensturms gesetzt.
      • Alois Pledl (ca. 1917–1938, Sturm)
        Alisi, der als Jugendlicher einen Unterarm bei einer Explosion verloren hatte, spielte wegen seiner Technik und Übersicht eine große Rolle in der Mannschaft, die in den späten 1920ern den Weg zum deutschen Spitzenfußball fand. Nach seiner Laufbahn wurde er zum Ehrenspielführer ernannt.
      • Max Kob (1919–1932, Torwart)
        Laut Hardy Grüne „vor Radenkovic sicher der beste Torwart, den die Löwen je hatten.“[60] Nach mehreren Verletzungen beendete er 1932 seine Laufbahn.
      • Josef Wendl (1924–1945, Abwehr)
        Sepp Wendl bestritt in seinen 21 Jahren über 1.000 Spiele für die Münchner Löwen. Fünfmal spielte er für die Nationalmannschaft. Der Kapitän der Endspielmannschaft von 1931 arbeitete später als Jugendtrainer bei 1860.
      • Eugen Kling (1925–1931, Abwehr)
        Am 2. Oktober 1927 bestritt der Verteidiger sein einziges Länderspiel. Damit war er der erste Nationalspieler der Sechzger.
      • Josef Hornauer (1926–1928, Sturm)
        1928 gehörte er zum deutschen Aufgebot bei den Olympischen Spielen. Er ist damit in der Geschichte des Vereins der einzige Fußballer, der an den Olympischen Spielen teilnahm. Insgesamt bestritt er 3 Länderspiele.
      • Max Schäfer (1927–1937, Sturm, Abwehr)
        In seinem ersten Spiel schoss er drei Tore gegen den FC Bayern. Anfänglich im Sturm, war er später in der Verteidigung gesetzt. 1934 spielte er das einzige Mal in der Nationalmannschaft. Der promovierte Sportlehrer war später mehrmals Trainer der Löwen.
      • Otto Oeldenberger (1928–1935, Sturm)
        Der linke Halbstürmer erzielte im Meisterschaftsendspiel 1931 das 1:0. Nachdem er 1934 seine Karriere beendet hatte, half er noch bis Anfang der 1940er als Spieler aus.
      • Ludwig Lachner (1929–1934, Sturm)
        Der rechte Halbstürmer spielte achtmal für die Nationalmannschaft. Im Meisterschaftsendspiel 1931 schoss er das zwischenzeitliche 2:1 für 1860. Hardy Grüne bezeichnete Pipin Lachner als den „größte[n] der Zwergerl“.[61]
      • Fritz Neumayr (1929–1940, Abwehr)
        Neumayr bildete zusammen mit Sepp Wendl die Stammverteidigung in den 1930ern. Ende der 1930er war er Kapitän.
      • Fritz Eiberle (1930–1934, Mittelfeld)
        1933 absolvierte der linke Außenläufer sein einziges Länderspiel.
      • Engelbert Schmidhuber (1934–1952, Mittelfeld, 134 bestätigte Pflichtspiele/14 Tore nach 1945)
        Der meist als Linksaußen, manchmal auch als Halbstürmer eingesetzte Schmidhuber schoss im Pokalfinale 1942 das 2:0.
      • Ludwig Janda (1938–1943 und 1945–1949, Sturm, 100/41)
        Der kleine linke Halbstürmer zeichnete sich besonders durch seine Technik und Kopfballstärke aus. Ende 1949 ging er als erster deutscher Berufsspieler nach Italien.
      • Georg Pledl (1938–1955, Abwehr, 232/9)
        Nach Anfängen als Mittelläufer fand er seinen Stammplatz auf der rechten Verteidigerposition. Nach fast 20 Jahren als Spieler beendete er 1955 seine Karriere. In den 1970ern war er Leiter der Lizenzspielerabteilung und Manager der Löwen
      • Georg Bayerer (1939–1949, Mittelfeld, 98/2)
        Der Buale übernahm 1939 die Mittelläuferposition, die zuvor jahrelang Alois Pledl innegehabt hatte. 1967 übernahm er für kurze Zeit die Leitung der Lizenzspielerabteilung.
      • Ernst Willimowski (1942–1943, Sturm)
        Als der Panzerschütze 1942 nach München versetzt wurde, schloss er sich dem TSV 1860 an.[62] Mit seinen Toren trug er maßgeblich zum Pokalsieg 1942 bei. Während der anderthalb Jahre in München schoss er in vier Spielen für die Nationalmannschaft sieben Tore.
      • Alois Hornauer (1945–1957, Mittelfeld, 243/75)
        Nach seinen 12 aktiven Jahren als linker Zwergerl-Stürmer bei 1860 war er später unter Max Merkel Assistenztrainer.
      • Fritz Sommer (1945–1958, Mittelfeld, 312/33)
        Mit 231 Oberligaspielen ist er Rekordspieler des TSV 1860 in dieser Liga.
      • Otto Thanner (1946–1952, Sturm, 146/91)
        Biwi Thanner war mit 91 Toren der treffsicherste Sechzger in der Oberliga. 1952 beendete er seine Karriere, nachdem er ein Auge verloren hatte.
      • Kurt Mondschein (1949–1959, Sturm, 204/94)
        Der Halbstürmer war in den 1950ern der treffsicherste Vertreter des Münchner Zwergerl-Sturms, wie die Offensivabteilung wegen der geringen Größe mehrerer Spieler damals genannt wurde.
      • Ludwig Zausinger (1950–1961, Sturm, 249/40)
        Auch der rechte Flügelstürmer gehörte zum Zwergerl-Sturm der 1950er.
      • Ferdinand Börstler (1953–1959, Sturm, 154/69)
        Der Sohn eines früheren Löwen-Torhüters war in den 1950ern einer der treffsichersten Angreifer. Im Alter von 25 Jahren beendete er seine Fußballkarriere und wurde Blumenhändler.
      • Johann Auernhammer (1955–1964, Mittelfeld, 209/46)
        Der Linksaußen absolvierte ein Spiel für die B-Nationalmannschaft.
      • Alfons Stemmer (1955–1964, Abwehr, 208/16)
        In der Oberliga war der Stemmer Fonse wegen seiner Härte als Stopper gefürchtet. 1963 führte er die Mannschaft als Kapitän in die Bundesliga.
      • Rudolf Kölbl (1956–1960 und 1969–1970, Sturm, 103/56)
        49 Tore in drei Oberliga-Spielzeiten führten zu zwei Nominierungen in die B-Nationalmannschaft.
      • Engelbert Kraus (1963–1965, Mittelfeld, 28/10)
        1964 kam er zu seinem insgesamt neunten Länderspieleinsatz, dem einzigen während der Zeit in München.
      • Ferdinand Keller (1969–1970 und 1972–1976, Sturm, 158/101)
      Im Abstiegsjahr noch recht unauffällig, traf er später in den vier Spielzeiten in der 2. Liga 93 Mal ins Tor. Dadurch kam er als einer von nur wenigen deutschen Zweitligaspielern zu einem Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft.
      • Alfred Kohlhäufl (1973–1979, Mittelfeld, 205/33)
        Schon in der Meistersaison spielte er beim TSV 1860, wurde aber nur in der A-Jugend eingesetzt. Später führte er als Kapitän die Sechzger zweimal zurück in die Bundesliga.
      • Georg Metzger (1970–1980, Mittelfeld, 291/77)
        Anfangs auf Rechtsaußen gesetzt, übernahm der Schorsch später die Spielmacherposition. Zusammen mit Kohlhäufl war er in den 1970ern der beliebteste Spieler des TSV.
      • Rudi Völler (1980–1982, Sturm, 74/49)
        Als 20-Jähriger schoss er neun Tore in der Bundesliga, ein Jahr später wurde er mit 37 Toren Torschützenkönig in der 2. Bundesliga.
      • Joachim Goldstein (1981–1989, Abwehr, 249/15)
        Vor allem während der Bayernligazeit gehörte der Abwehrchef zur Stammbesetzung der Mannschaft, mehrere Jahre lang war er deren Kapitän.
      • Andreas Löbmann (1982–1993, Sturm, 226/98)
        Genau wie Goldstein kam auch Löbmann auf 222 Einsätze in der Bayernliga, mit 98 Toren schoss er dabei von allen Spielern mit Abstand die meisten Tore.
      • Roland Kneißl (1986–1995, Mittelfeld, 169/61)
        Der Magic übernahm Ende der 1980er die Führungsrolle im Mittelfeld. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga wurde er Co-Trainer von Werner Lorant, später übernahm er die Geschäftsführung der Fanartikel GmbH des TSV. Von 2004 bis 2006 war er zudem Geschäftsführer der KgaA.
      • Thomas Miller (1989–1997, Abwehr, 223/5)
        Der Finanzbeamte wurde als kompromissloser Abwehrspieler bekannt, auch in der Bundesliga gehörte der Publikumsliebling zur Stammbesetzung der Sechzger.
      • Peter Pacult (1993–1995, Sturm, 56/21)
        Die Verpflichtung des damals 33-jährigen österreichischen Nationalspielers im Sommer 1993 war nicht unumstritten. Mit seinen 18 Toren, die Pacult in der Zweitligasaison erzielte, ließ er jedoch die Kritiker verstummen. Danach trainierte er zuerst die Amateurmannschaft, von 2001 bis 2003 die Profimannschaft des TSV 1860.
      • Bernhard Winkler (1993–2002, Sturm, 218/94)
        In der ersten Saison stellte er zusammen mit Pacult das Sturmduo, das den Löwen den Wiederaufstieg in die Bundesliga bescherte. Bis 1999 schoss er dort in jeder Saison mindestens 10 Tore. Später gehörte er zum Trainerstab des TSV 1860.
      • Olaf Bodden (1994–1998, Sturm, 79/31)
        Der Stürmer schoss in 67 Bundesligaspielen 25 Tore. 1996 erkrankte er am Pfeifferschen Drüsenfieber und musste 1998 seine Karriere im Alter von 30 Jahren beenden. Später trainierte er die Traditionsmannschaft der Löwen.
      • Piotr Nowak (1994–1998 Mittelfeld, 106/18)
        Der polnische Nationalspieler war Mitte der 1990er einer der besten Spielmacher der Bundesliga. Er hatte großen Anteil daran, dass sich der TSV 1860 wieder in der höchsten deutschen Fußballklasse etablieren konnte.
      • Daniel Borimirow (1995–2003, Mittelfeld, 247/39)
        Der 70-malige bulgarische Nationalspieler kam für den TSV 1860 in 214 Ligaspielen zum Einsatz. Zumeist hatte er keinen Stammplatz, war aber als Joker sehr wertvoll für die Mannschaft.
      • Horst Heldt (1995–1999, Mittelfeld, 125/12)
        Der linke Flügelspieler war in den vier Jahren in München bei den Fans beliebt, mit Trainer Lorant gab es jedoch immer wieder Unstimmigkeiten, sodass er im Sommer 1999 den Verein verließ. Im April 1999 hatte er sein erstes Länderspiel bestritten, kurz nach seinem Fortgang sein zweites und zugleich letztes.
      • Jens Jeremies (1995–1998, Abwehr, 86/3)
        Jerry Jeremies wurde zumeist als Libero eingesetzt. 1997 wurde er zum ersten deutschen Nationalspieler des TSV 1860 seit 22 Jahren. 1998 wechselte er zum Lokalrivalen FC Bayern, zwei Jahre später erzielte er mit einem Eigentor im Derby den Siegtreffer für die Löwen.
      • Harald Cerny (1996–2007, Mittelfeld, 307/22)
        Der Österreicher gehörte zwölf Jahre lang zum Kader des TSV 1860. Zu Bundesligazeiten war er auf der rechten Außenbahn gesetzt und schoss mit die meisten Flanken der Liga. Mit 263 Einsätzen ist er Rekordspieler in der Bundesliga für 1860, ebenso im DFB-Pokal mit 23 Einsätzen.
      • Michael Hofmann (1996–2010, Tor, 180/0)
        Von 1996 bis 2010 stand Hofmann im Kader der Löwen, auch wenn er sich dabei oft mit der Rolle des Ersatztorwarts zufriedengeben musste. Kein Spieler seit 1945 gehörte länger zum Aufgebot der Sechzger.
      • Abédi Pelé (1996–1998, Mittelfeld, 57/4)
        Der dreimalige Afrikas Fußballer des Jahres hatte in den ersten Monaten in München Anlaufschwierigkeiten. Nach einem halben Jahr wurde er mit seinen technischen und kämpferischen Fähigkeiten zum Publikumsliebling.
      • Paul Agostino (1997–2007, Sturm, 216/55)
        Der Australier kam in seinen zehn Jahren in München in 187 Ligaspielen zum Einsatz und schoss 46 Tore. Von den Fans wurde er als „Fußballgott“ gefeiert.
      • Thomas Riedl (1999–2001, Mittelfeld, 37/2)
        Sein einziges Ligator schoss Riedl am 27. November 1999, als der TSV mit dem 1:0 über den FC Bayern zum ersten Mal seit über 22 Jahren wieder ein Derby gewann.
      • Thomas Häßler (1999–2003, Mittelfeld, 140/26)
        Der Weltmeister von 1990 war in seiner ersten Münchner Spielzeit maßgeblich am erfolgreichen Abschneiden der Mannschaft beteiligt. Die letzten vier seiner 101 Einsätze für die Nationalmannschaft bestritt Icke Häßler während seiner Zeit bei 1860.
      • Martin Max (1999–2003, Sturm, 138/71)
        In 112 Bundesligaspielen erzielte Max 51 Tore, 2000 und 2002 holte er sich die Torjägerkanone. 2002 kam er auch zu seinem einzigen Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft.
      • Daniel Bierofka (2000–2002 und 2007–2014, Mittelfeld, 219/29)
        Sein erstes Spiel für den TSV 1860 bestritt der damals 21-jährige Bierofka im Sommer 2000 in der CL-Qualifikation bei Leeds United. 2002 wurde er in die Nationalmannschaft berufen, er bestritt zwei Länderspiele während seiner Zeit in München und ein weiteres nach seinem Wechsel im Sommer 2002. Fünf Jahre später kehrte Bierofka zu den Münchner Löwen zurück und wurde 2008 Kapitän. Seit dem Ende seiner aktiven Zeit arbeitet er als Trainer beim TSV 1860.
      • Torben Hoffmann (2001–2004 und 2005–2010, Abwehr, 243/11)
        Mit einem Jahr Unterbrechung spielte Hoffmann von Januar 2001 bis Juni 2010 bei den Münchner Löwen und kam dabei auf 224 Ligaeinsätze im Abwehrzentrum und auf der linken Verteidigerposition.
      • Zweite Mannschaft

        Die U23 nach einem Sieg gegen Hessen Kassel im Mai 2011

        Der TSV 1860 München II spielte in der Spielzeit 2016/17 als U21 in der Regionalliga Bayern, die Spiele wurden im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße ausgetragen. Trainiert wurden die kleinen Löwen von Daniel Bierofka. Der aktuelle Kader ist auf der Unterseite Personen zu finden, die Abschlussplatzierungen seit 1957 unter Saisonbilanzen.

        1959 stieg die Reservemannschaft der Münchner Löwen erstmals in die drittklassige – damals zweigeteilte – Bayernliga auf. 1961 erreichte die Mannschaft in der Südstaffel den ersten Platz. Das Entscheidungsspiel gegen den 1. FC Haßfurt, dem Sieger der Nordstaffel, in dem normalerweise der Aufsteiger in die II. Division ausgespielt worden wäre, fand jedoch nicht statt, weil die Amateurmannschaft des TSV 1860 prinzipiell nicht zum Aufstieg berechtigt war. 1963 stieg die Mannschaft in die neugegründete viertklassige Landesliga Süd ab.

        In dieser konnte sich die Amateurmannschaft der Sechzger – unterbrochen von zwei Spielzeiten in der Bezirksliga Oberbayern – bis 1976 halten. Nach weiteren vier Jahren in der Bezirksliga gelang 1980 der Wiederaufstieg in die Landesliga. Die Spielzeit 1981/82 schlossen die 1860 Amateure zwar auf Platz 2 ab, da aber der ersten Mannschaft die Lizenz für die 2. Bundesliga entzogen wurde, entschied sich der Verein dafür, mit der Reservemannschaft einige Ligen tiefer neu zu beginnen. Während die erste Mannschaft fast ein Jahrzehnt lang in der Bayernliga verblieb, spielte die zweite Mannschaft in den unteren oberbayerischen und Münchner Fußballligen.

        1990, ein Jahr bevor die erste Mannschaft in den bezahlten Fußball zurückkehrte, stieg die zweite Mannschaft in die fünftklassige Bezirksoberliga Oberbayern auf, in der sie bis 1995 blieb. Von 1995 bis 1997 stiegen die 1860 Amateure – wie die Profimannschaft in den Jahren zuvor – zweimal in Folge auf und traten ab der Spielzeit 1997/98 in der drittklassigen Regionalliga Süd an. Nach drei Saisonabschlussplatzierungen im Mittelfeld, stiegen sie 2001 wieder in die Bayernliga ab.

        Die Mannschaft wurde fortan als U23 weitergeführt, um junge Spieler an die erste Mannschaft heranzuführen. Nachdem die kleinen Löwen 2002 und 2003 die Spielzeit jeweils auf Platz 2 abgeschlossen hatten, kehrten sie 2004 als Bayernligameister wieder in die Regionalliga zurück. In den folgenden beiden Spielzeiten wären sie jeweils sportlich abgestiegen, verblieben jedoch in der Regionalliga, da andere Vereine keine neue Lizenz mehr erhielten. 2007 sicherte 1860 II den Klassenverbleib erst am letzten Spieltag durch einen 8:3-Sieg in Kassel. 2008 verpasste die Mannschaft die Qualifikation zur neuen 3. Liga um drei Punkte.

        Die ersten drei Spielzeiten der neuen viertklassigen Regionalliga schloss 1860 II im Mittelfeld ab. In der vierten und letzten Saison in der Regionalliga Süd wurden die kleinen Löwen 13.

        Im Zuge der Einführung der Regionalliga Bayern zur Spielzeit 2012/13 wurde die Funktion der zweiten Mannschaft erneut geändert. Sie wird ab sofort als U21 geführt. Der Kader soll neben zwei Torhütern 15 Feldspieler stark sein, von denen jeweils fünf aus dem älteren A-Jugend-Jahrgang, aus dem ersten und dem zweiten Erwachsenenjahrgang stammen sollen.[63] Bei Spielen wird der Kader mit Reservespielern der ersten Mannschaft aufgefüllt.[64] Der Gesamtetat der zweiten Mannschaft wurde dabei von 1,6 Mio Euro auf 500.000 Euro gekürzt.[65] Am Ende der Premierensaison der Regionalliga Bayern standen die kleinen Löwen auf Platz 1 und qualifizierten sich damit für die Aufstiegsrunde zur 3. Liga, in der sie an der SV Elversberg mit 2:3 und 1:1 scheiterten. In den Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 erreichten sie jeweils Platz 3 und stehen damit nach drei Spielzeiten auf dem zweiten Platz der ewige Tabelle der Regionalliga Bayern.

        Nach dem Abstieg der ersten Mannschaft 2017 stieg die zweite Mannschaft zwangsweise aus der Regionalliga ab. Sie tritt seit der Spielzeit 2017/18 in der fünftklassigen Bayernliga an.[45]

        Für den DFB-Pokal konnten sich die kleinen Löwen im Gegensatz zu den Reservemannschaften anderen Bundesligisten nie qualifizieren. 1997, 1998 und 2003 gewannen sie zwar den Toto-Pokal auf oberbayerischer Ebene, auf gesamtbayerischer Ebene – wo ein Sieg zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigt – konnten sie sich nicht durchsetzen.

        Trainiert wurde die Reservemannschaft des TSV 1860 oftmals von ehemaligen Spielern der Löwen, zum Beispiel Bernhard Winkler und Daniel Bierofka. In der jüngeren Vergangenheit wurden viele der Trainer der zweiten Mannschaft später Cheftrainer der Profis, beispielsweise Reiner Maurer, Torsten Fröhling und Daniel Bierofka. Die Konstante im Trainerstab des TSV 1860 II ist Klaus Koschlick, der heute als Scout im Juniorenbereich fungiert und von 1997 an den Posten des Assistenz-Trainers bekleidete und dabei auch einige Male vorübergehend als Cheftrainer fungierte.

        Nachwuchsleistungszentrum

        Die U17 vor dem Bundesligaspiel gegen Kaiserslautern im Mai 2011

        Die erste A-Jugend-Mannschaft (U19) spielt derzeit in der A-Junioren-Bayernliga (zweithöchste Liga nach der A-Junioren-Bundesliga), die erste Mannschaft der B-Jugend (U17) in der B-Junioren-Bundesliga. Auch die C- D-, und E-Junioren spielen in der jeweils höchsten Spielklasse.[66]

        Größte Erfolge waren der Gewinn der deutschen B-Junioren-Meisterschaft 2006 und die DFB-Junioren-Vereinspokalsiege 2000 und 2007. Weitere Erfolge sind auf der Unterseite Daten aufgelistet.

        Das damals von Ernst Tanner geleitete Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des TSV 1860 wurde 2008 von der Prüfungskommission des DFB und der DFL mit drei Sternen ausgezeichnet und belegt in der Rangliste der deutschen Profivereine einen der vorderen Plätze.[67] Im Sommer 2009 übernahm Jürgen Jung die Leitung des NLZs. 2011 wurde das NLZ erneut mit drei von drei möglichen Sternen ausgezeichnet.[68] Im Januar 2012 verließ Jung den Verein, die Leitung des NZLs übernahm Wolfgang Schellenberg, der gleichzeitig zweiter Assistenztrainer der Profimannschaft ist. 2014 erhielt das NLZ erneut drei Sterne, zusätzlich wurde ein Bonusstern aufgrund der Durchlässigkeit zwischen Nachwuchs- und Profibereich vergeben.[69]

        Seit 2002 gehörten insgesamt 56 Spieler, die zuvor spätestens seit der U19 beim TSV 1860 gespielt hatten, für mindestens eine Partie dem Profikader der Löwen an.

        Dritte und vierte Mannschaft

        Seit der Spielzeit 2011/12 tritt der TSV 1860 mit einer dritten Mannschaft in der A-Klasse und einer vierten Mannschaft in der C-Klasse an.[70] Dazu ging der Verein eine Spielgemeinschaft mit dem TraditionsSportVerein Weiß-Blau Sechzgerstadion ein.[71] Dieser war 2003 von Fans des TSV 1860 gegründet worden und nahm ab 2004 am Ligabetrieb teil. Bis 2007 stieg die Mannschaft in die A-Klasse auf, in der sie sich bis 2011 halten konnte. Eine zweite Mannschaft von Weiß-Blau Sechzgerstadion spielte seit 2007 in der C-Klasse.[72]

        In der ersten Saison verpassten beide Mannschaften den Aufstieg knapp. Die dritte Mannschaft stieg 2013 in die Kreisklasse auf, die vierte 2014 in die B-Klasse. 2016/17 spielt die dritte in der Kreisklasse München 2, die vierte in der B-Klasse München 4.

        Weitere Mannschaften und Abteilungen

        Die Traditionsmannschaft, der zahlreiche ehemalige Löwenspieler angehören, nimmt nicht am Ligabetrieb teil. Das ehemals von Matthias Imhof und Jürgen Korus geleitete Team trat bis 2016 hauptsächlich zu Freundschafts- und Benefizspielen an. 2009 konnte die Traditionself im dritten Anlauf den Löwen Cup – ein Kleinfeldturnier mit Mannschaften aus verschiedenen Bereichen und Umfeld des TSV 1860 – für sich entscheiden; 2010 verteidigte sie den Titel.[73] Ende 2017 wurde die Mannschaft unter der Führung von Michael Hofmann reaktiviert, wobei auch diese lediglich Freundschaftsspiele und ausschließlich für Traditionsmannschaften ausgetragene Turniere bestreitet.[74]

        Auch die Alte-Herren-Mannschaft nimmt nicht am regulären Ligabetrieb teil. Die Mannschaft tritt regelmäßig zu Freundschaftsspielen und bei Turnieren an.

        Darüber hinaus unterhält der Verein eine Schiedsrichterabteilung. Die Unparteiischen des TSV 1860 sind für Spiele auf lokaler Ebene bis hin zu Ligaspielen auf oberbayerischer Ebene qualifiziert.[75]

        Der vereinseigene Ordnungsdienst nennt sich Security-Löwen. Die rund 65 Mitglieder regeln die Sicherheit bei Spielen und weiteren Veranstaltungen des Vereins.[76]

        Seit 2016 stellt der Verein, innerhalb einer Spielgemeinschaft mit wechselnden Partnern, eine Mannschaft in der Blindenfußball-Bundesliga.

        Erfolge im Fußball

        Hier sind Titel und Erfolge der Erwachsenenmannschaften gelistet. Titel und Erfolge der Juniorenmannschaften sind unter TSV 1860 München/Daten zu finden.

        Meisterschaften

        „Pokalkäfig“ auf der Jubiläumsausstellung in den Riem Arcaden