Signa Holding GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 2000
Sitz Innsbruck und Wien,
OsterreichÖsterreich Österreich
Leitung
  • Geschäftsführung: Christoph Stadlhuber, Marcus Mühlberger
  • Executive Board: Dieter Berninghaus (Chairman), Christoph Stadlhuber, Wolfram Keil, Jürgen Fenk, Timo Herzberg
Mitarbeiterzahl 45.000[1]
Umsatz 7,5 Mrd. Euro Handelsumsatz (750 Mio. im Onlinegeschäft), 14 Mrd. Euro Immobilienvermögen und 8 Mrd. Euro Entwicklungsvolumen[2]
Branche Immobilien, Handel, Medien
Website www.signa.at

Die Signa Holding GmbH (Eigenschreibung: SIGNA) ist ein österreichisches Immobilien- und Handelsunternehmen in privater Hand mit Handelsbeteiligungen in Europa.

Das Unternehmen wurde 2000 von René Benko gegründet, der sich 2013 aus der operativen Unternehmensführung zurückzog. Aus einem Zwei-Mann-Unternehmen, das zunächst auf klassische Immobilienentwicklung fokussiert war, ist mittlerweile ein gesamteuropäisches Immobilien- und Handelsunternehmen mit diversen Bürostandorten geworden. Seit Ende 2018 ist Signa auch im Mediengeschäft tätig.

Seit 2013 hat Signa zwei eigenständige Kerngeschäftsbereiche, Signa Real Estate (Immobilien) und Signa Retail (Handel). Im selben Jahr erwarb die Gruppe über die Signa Retail die Mehrheit am deutschen Sportartikelhändler Karstadt Sports und an Karstadt Premium (mittlerweile The KaDeWeGroup) und stieg damit erstmals auch in das operative Handelsgeschäft ein. Im Sommer 2014 übernahm Signa zusätzlich die komplette Karstadt Warenhaus GmbH. Seither folgten weitere Beteiligungen im Handelssegment. 2018 erfolgte, nach mehreren erfolglosen Versuchen, die Übernahme von Galeria Kaufhof.

An zehn Standorten in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz sind im Unternehmensteil Signa Real Estate rund 350 Mitarbeiter beschäftigt und managen ein Immobilienvermögen von rund 14 Milliarden Euro. Der Immobilienteil untergliedert sich in fünf unabhängige Bereiche: Signa Prime Selection, Signa Development Selection, Signa Funds, Signa Innovations und Signa Luxury Hotels.

Der gesamte Handelssektor – rund ein Dutzend deutsche bzw. europäische Handelsunternehmen und das Joint Venture mit Eataly – wird im Bereich Signa Retail gebündelt. Signa Retail erzielt mit 45.000 Mitarbeitern an 320 Standorten einen konsolidierten Umsatz von über 7 Milliarden Euro pro Jahr.[3][4]

Struktur

Die Unternehmensgruppe ist seit 1999 kontinuierlich gewachsen. Im Jahr 2013 erwarb die Gruppe die Mehrheit am deutschen Sportartikelhändler Karstadt Sports sowie an der KaDeWeGroup (ehem. Karstadt Premium) und stieg damit erstmals in das operative Handelsgeschäft ein. Im Sommer 2014 übernahm Signa zusätzlich die komplette Karstadt Warenhaus GmbH. Im Oktober 2015 gründete Signa Retail mit Eataly, einem der größten Vertreiber von italienischen Konsumgütern weltweit, das Joint Venture Eataly Distribuzione GmbH.[5] 2016 beteiligte sich Signa Retail mehrheitlich an Outfitter, einem Multi-Channel-Anbieter im Sportbereich und erweitert seine Online-Ausrichtung zusätzlich um Dress-for-less, ein Online-Outlet für Designer-Mode, um internetstores, ein Bike- und Outdoor E-Commerce-Unternehmen und um Tennis-Point, ein Multi-Channel Retailer im Tennisbereich. Im April übernahm Signa mit ihrer Tochter internetstores den Online Bikehändler Probikeshop in Frankreich und Südeuropa. Im Frühsommer 2017 beteiligte sich Signa Retail mit 70 % an hood.de – einem deutschen Online Marktplatz. Im Juni folgte der Zukauf von 60 % der Anteile des deutschen Fashion Labels Mybestbrands.[6]

Ende Februar 2018 wurde die Übernahme von Stylefile, einem Onlineshop für Sportmode, von Signa Retail durchgeführt.

Im September 2018 konnte nach jahrelangen Anläufen die Übernahme der Galeria Kaufhof vermeldet werden.

Im Dezember 2018 gab Signa den Einstieg bei der Kronen Zeitung und beim Kurier via einer Beteiligung an der WAZ Ausland Holding GmbH bekannt.

Seit 2013 hat Signa zwei eigenständige Kerngeschäftsbereiche. 2018 kam der dritte Geschäftsbereich Signa Media hinzu.

Signa Real Estate Signa Retail Signa Media
An zehn Standorten in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz sind im Unternehmensteil Signa Real Estate rund 350 Mitarbeiter beschäftigt und managen ein Immobilienvermögen von rund 14 Milliarden Euro. Der Immobilienteil untergliedert sich in fünf unabhängige Bereiche: Dazu gehören die Signa Prime Selection AG, die sich auf die Investition und das langfristige Halten von Immobilien europäischen Innenstadtlagen konzentriert, die Signa Development Selection AG, die Signa Funds GmbH, die Signa Innovations sowie die Signa Luxury Hotels.[7] Der gesamte Handelssektor wird im Unternehmensteil Signa Retail gebündelt. Signa Retail erzielt mit über 45.000 Mitarbeitern an 320 Standorten einen Umsatz von rund 7 Milliarden Euro pro Jahr.
  • Karstadt Warenhaus GmbH: deutscher Warenhauskonzern
  • Karstadt Sports GmbH: deutscher Sportartikelanbieter
  • The KaDeWe Group GmbH: KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München bilden die Gruppe an Warenhäusern im Premiumsegment. Mitte 2015 hat La Rinascente, Europas führender Betreiber von Luxuskaufhäusern, 50,1 % der operativen Gesellschaft von The KaDeWe Group erworben.
  • Outfitter: Multi-Channel-Anbieter im Sportbereich und Full-Service-Anbieter für Teamsportarten und Corporate Fashion in Deutschland
  • dress-for-less GmbH: Seit 1999 bestehendes Online-Outlet für Marken- und Designermode
  • internetstores: Online-Anbieter für Outdoor- und Fahrradartikel.
  • Tennis-Point: Multi-Channel Retailer im Tennisbereich.
  • Joint Venture Eataly Distribuzion GmbH: Gastronomie- und Foodkonzept.
  • Probikeshop: Online Bike-Retailer in Frankreich und Südeuropa
  • hood.de: Online Marktplatz in Deutschland
  • Mybestbrands: Online-Fashion Mall für Premium- und Luxusmode[8]
  • Stylefile: Onlineshop für Sportmode
  • kika/Leiner, Österreichs zweitgrößte traditionsreiche Möbelkette
  • Galeria Kaufhof, größter deutscher Warenhauskonzern
  • Tennis-Pro
Durch den Erwerb von 49 % der Anteile an der Auslandstochter der Funke Mediengruppe ist die Signa Holding auch in den Medienbereich eingestiegen und hält Anteile an zwei großen österreichischen Tageszeitungen.

Die Unternehmensgruppe umfasst ein Immobilienvermögen von mehr als 14 Milliarden Euro[9] und gehört zu den großen privaten Immobilieneigentümern in den Innenstädten von Wien, Bozen und Innsbruck. Derzeit liegt das Projektentwicklungsvolumen bei rund 8 Milliarden Euro mit großen Developments u. a. in Wien, München, Berlin, Hamburg und Bozen.

Die Gruppe ist nicht nur in ihren Kernmärkten Österreich und Deutschland aktiv, sondern auch in Norditalien, der Schweiz, Luxemburg, Niederlande sowie in Belgien.

Gesellschaftsstruktur

Hauptgesellschafter der Signa-Holding ist die Familie Benko Privatstiftung mit einem kontrollierenden Anteil von 85 Prozent. Ernst Tanner, Verwaltungsratspräsident von Lindt & Sprüngli, hält 10 Prozent der Anteile und seit 2017 hält Torsten Töller, der Gründer und Mehrheitsgesellschafter der Fressnapf Handelskette, 5 Prozent an der Signa Holding.[10] 2016 schied der zweitgrößte Gesellschafter, die Falcon Private Bank aus,[11] sowie 2015 der langjährige Signa-Partner George Economou, zweitgrößter Besitzer an Panamax-Schiffen weltweit.[12] Die Signa Prime Selection AG ist das Flagship-Unternehmen der Signa Real Estate und mit einem Portfolio im Wert von rund 4 Mrd. Euro ein bedeutender Eigentümer, Entwickler und Betreiber innerstädtischer Einzelhandelsimmobilien im deutschsprachigen Europa.[13]

Group Executive Board

Die operative und strategische Führung der Signa-Gruppe erfolgt seit Beginn des Jahres 2013 durch das Executive Board (EB), das vom Chairman Dieter Berninghaus[14], Christoph Stadlhuber, Wolfram Keil, Timo Herzberg und Jürgen Fenk, geführt wird. Das EB befasst sich nicht nur mit den Geschäften der einzelnen Bereiche, sondern auch mit unternehmensübergreifende Angelegenheiten, wie unter anderem Gruppenstrategie und Koordination, sowie Fundraising.[15]

Unternehmensbeirat

Seit seinem Wechsel 2013 in den Beirat fungiert René Benko als Vorsitzender; stellvertretender Vorsitzender ist der ehemalige österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (dieser ist u. a. auch Aufsichtsratsvorsitzender der Strabag sowie Vorsitzender der Haselsteiner Privatstiftung). Weiters sitzen im Beirat: Roland Berger, Walid A. Chammah, Günter Koller, Eduardo Leemann (bis 2016 CEO Falcon Private Bank Zürich), Karl Samstag (ehemaliger CEO der Bank Austria UniCredit), Susanne Riess, Karl Stoss, Rainer De Backere (vormals CIO Westfälische Provinzial Versicherung), Peter Hasskamp (ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bremer Landesbank), Karl Sevelda (ehemaliger Vorstandsvorsitzender RBI) und Ernst Tanner.[16][17]

Auszug aus dem Immobilienvermögen

Das neue Verwaltungsgebäude der Deutschen Börse in Eschborn bei Frankfurt (The Cube), die von der KaDeWe Group gemieteten Luxuskaufhäuser KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in bester Münchner Innenstadtlage, sowie Objekte in der Wiener Fußgängerzone beim Goldenen Quartier sind Teil des Signa-Portfolios; ebenso weitere Häuser in den Zentren von München und Berlin.[18] In Österreich zählen unter anderem das Kaufhaus Tyrol als auch die Immobilien des Goldenen Quartiers in Wien mit dem Park Hyatt oder das an den Verfassungsgerichtshof und das Kunstforum vermietete, gleichnamige Gebäude auf der Freyung und eines der beiden Häuser, in dem sich Meinl am Graben befindet zum Signa-Portfolio. Im Dezember 2013 wurde bekannt, dass die Signa die Wiener Postsparkasse, Sitz der Bawag P.S.K., gekauft und langfristig an die Bank zurückvermietet hat.[19]

Geschichte

Die Signa Holding wurde im Jahr 2000 gegründet und ging aus dem Unternehmen "Immofina" hervor. In den bescheidenen Anfängen konzentrierte sich das Unternehmen auf die Renovierung ungenutzter Dachböden. Im Jahr 2001 stieg Karl Kovarik als privater Investor ein und das erste Büro in Wien wurde eröffnet. Im Jahr 2004 starteten die Bauarbeiten am neuen Kaufhaus Tyrol, welches heute noch das Innsbrucker Büro der Signa Holding beherbergt. 2005 wurde der Unternehmensbeirat etabliert, der mit wechselnder Besetzung bis heute aktiv ist. In den folgenden Jahren wurden Büros in München, Zürich und Luxemburg, während weitere Großimmobilien, wie die Bank Austria Zentrale "Länderbank" oder die Deutsche Börse in Frankfurt am Main, dem Portfolio hinzugefügt wurden.[20]

Ab 2012: Übernahme von Karstadt

In mehreren Teilschritten wurde die Übernahme der Karstadt Premium GmbH (seit 1. März 2015 The KaDeWe Group GmbH), der Karstadt Sports GmbH und der Karstadt Warenhaus GmbH inklusive der Karstadt Feinkost GmbH & Co KG und der LeBuffet Restaurant & Café GmbH vollzogen.

Ende Dezember 2012 wurde über die Signa Prime Selection AG ein Portfolio von insgesamt 17 Karstadt-Kaufhäusern zu einem Kaufpreis von damals über 1,1 Milliarden angekauft, zu denen unter anderem auch das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) in Berlin zählt.[21] Diese Transaktion stellte 2012 die mit Abstand größte Investition in Einzelhandelsimmobilien in Deutschland dar.[22]

Am 16. September 2013 wurde verlautbart, dass Signa zusammen mit der BSG Group 75,1 % der operativen Karstadt Premium GmbH und 75,1 % der operativen Karstadt Sports GmbH von der Berggruen Holdings des deutsch-amerikanischen Unternehmers Nicolas Berggruen für 300 Mio. Euro übernommen hat. Diese Mittel wurden zur Stärkung der Karstadt-Gruppe verwendet und sollen der Modernisierung der einzelnen Standorte dienen, um Karstadt langfristig wettbewerbsfähig zu halten.[23]

Die The KaDeWe Group (ehem. Karstadt Premium GmbH) betreibt die drei Luxuswarenhäuser Kaufhaus des Westens in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München. Karstadt Sports ist mit seinen 28 Sport-Häusern einer der führenden Anbieter im stationären Sportartikelhandel in Deutschland.

Am 15. August 2014 erwarb die Signa Holding 100 % der Eigentumsanteile an der Karstadt Warenhaus GmbH[24] als auch die restlichen Anteile an der Karstadt Premium GmbH (The KaDeWe Group GmbH) und der Karstadt Sports GmbH. Die Berggruen Holdings zog sich damit vollständig aus dem operativen Geschäft der Karstadt Gruppe zurück, wie auch aus den Beteiligungen an einzelnen Karstadt-Immobilien.

Im Januar 2015 übernahm die Beny Steinmetz Gruppe (BSG RE) rund 20 Karstadt-Immobilien (z. B Nürnberg, Köln, Konstanz usw.) vollständig. Die Häuser stammen aus dem Paket, das BSG-RE gemeinsam mit Signa vom Highstreet Konsortium im Dezember 2012 übernommen hatte. Somit ist nunmehr die BSG-RE Group der Vermieter zahlreicher Filialen des Warenhauskonzerns. Das operative Handelsgeschäft der Karstadt Warenhaus GmbH blieb davon unbenommen, denn dieses war bereits seit 2014 zu 100 % bei Signa. Im Gegenzug übernahm Signa die drei Immobilien der KaDeWe Group mit dem KaDeWe in Berlin, dem Oberpollinger in München und dem Alsterhaus in Hamburg vollständig. Die BSG RE gab ihre bisherigen Anteile an Signa ab. Dies gilt ebenso für die Häuser Karstadt Ku’damm Berlin und Karstadt Stuttgart. Auch sie gehören nunmehr Signa alleine. Das Kartellamt hat dieser Transaktion im Dezember 2014 bereits zugestimmt.[25]

Im Juni 2015 erwarb La Rinascente im Rahmen einer langfristig angelegten Partnerschaft 50,1 % der operativen Gesellschaft von der The KaDeWe Group GmbH, 49,9 % verbleiben langfristig im Besitz von Signa Retail.[26]

Für das Geschäftsjahr 2015/16 konnte Karstadt erstmals nach Jahren ein positives operatives Ergebnis von 50 Millionen Euro erzielen.[27][28] Im darauffolgenden Geschäftsjahr 2016/17 erwirtschaftete Karstadt – erstmals seit zwölf Jahren – wieder einen Jahresüberschuss von 1,4 Millionen Euro. In den kommenden drei Geschäftsjahren will das Unternehmen den Anteil des Online-Umsatzes weiter auf rund 10 Prozent steigern.[29]

Im Januar 2019 kündigte Signa an, die historische Architektur des Kaufhauses am Hermannplatz im Zuge einer Renovierung wiederherzustellen.[30]

2015: Joint Venture mit Eataly

Im Oktober 2015 gründete Signa Retail mit Eataly, dem größten Vertreiber von italienischen Konsumgütern weltweit und einem der am schnellsten wachsenden und erfolgreichsten Gastronomie- und Foodkonzepte, das Joint Venture Eataly Distribuzione GmbH. In die neu gegründete Partnerschaft zwischen Signa Retail und Eataly fließen die unterschiedlichen Kompetenzen der beteiligten Unternehmen ein: Von Eataly kommen Ware, Vermarktungskonzept und fachspezifisches Training, von Signa Retail die gastronomische Systemkompetenz auf dem deutschen Markt durch Le Buffet, die Organisation und die Systeme durch Karstadt Warenhaus und die Immobilienkompetenz durch die Signa Gruppe. Als erster Standort wurde im November 2015 ein Eataly-Flagshipstore in München in der Schrannenhalle direkt am Viktualienmarkt eröffnet.

2016: Weitere Expansion

Beteiligung an Outfitter

Im April 2016 beteiligte sich Signa Retail mehrheitlich an Outfitter, einem der führenden Multi-Channel-Anbieter im Sportbereich. Im Rahmen dieser Beteiligung hat Signa Retail 60 % von Outfitter erworben – die übrigen 40 % verblieben bei Ron Berger. Der Gründer und bisherige Alleingesellschafter bleibt somit weiterhin signifikant beteiligt und wird zusammen mit seinem Mitgeschäftsführer Maximilian Albert das Geschäft auch in Zukunft operativ führen.

Beide Partner investierten „einen substanziellen Millionenbetrag“ in das Unternehmen, um bestehende Geschäftsfelder auszubauen. Der Plan ist, mit der Koppelung von Karstadt Sports und Outfitter Voraussetzungen für die angestrebte Marktführerschaft in Deutschland zu schaffen.[31]

Übernahme von dress-for-less

Im August 2016 übernahm Signa Retail das Online-Outlet für Designermode dress-for-less zu 100 Prozent. dress-for-less wurde 1999 gegründet und ist in dreizehn Ländern präsent. Das Kerngeschäft erfolgt in der D-A-CH-Region und in den Niederlanden. 2011 erwarb der in Spanien ansässige Shopping Club Privalia das deutsche Unternehmen. Im November 2015 zog sich Privalia zurück, und das Management-Team unter dem Vorsitz des Geschäftsführers Antonio Gonzalo übernahm die Gesellschaft. Mittlerweile ist Mirco Schultis – Gründer von dress-for-less im Jahre 1998 – in die Rolle des CEO zurückgekehrt, um den Erfolgskurs der frühen 2000er Jahre wieder zu etablieren. Auch Holger Hengstler wird das Unternehmen als aktiver Beirat unterstützen. Sandra Rehm hat seit Juli 2017 die Geschäftsführung inne. Das gemeinsame Ziel mit dem neuen Eigentümer SIGNA Retail ist es, das Unternehmen zu alter Stärke zurückzuführen. Die Gesellschaft beschäftigt an ihrem Sitz im hessischen Kelsterbach rund 260 Mitarbeiter. Der Versand der Ware erfolgt über 60 Länder ebenso zentral von dort.[32]

Übernahme von Internetstores

Anfang November 2016 beteiligte sich Signa Retail mit 87 % am Spezialversender für Fahrrad- und Outdoor-Produkte Internetstores.[33] Das gesamte Management von Internetstores blieb an Bord: René Köhler begleitet das Unternehmen als Vorsitzender des Beirats weiter. Die Aufgabe des CEO übernahm zum 1. Oktober 2016 Markus Winter. Auch die bisherigen Geschäftsführer Bernd Humke (Finanzen) und Ralf Kindermann (Einkauf) blieben im Unternehmen.[34] Internetstores ist Stand 2017 mit Online-Shops in 14 europäischen Ländern aktiv. Zum Portfolio gehören im Bereich Outdoor der deutsche Online-Händler Campz und das schwedische Internetunternehmen Addnature. Im Fahrradsegment ist Internetstores mit Fahrrad.de und Brügelmann vor allem in Deutschland aktiv, mit Bikester in ganz Europa.[35]

Übernahme von Tennis-Point

Ende 2016 beteiligte sich Signa Retail mit 78 % mehrheitlich am Multichannel-Retailer Tennis-Point und baute ihr Portfolio im Bereich des Sportartikel-Einzelhandels so weiter aus. Die Unternehmensgründer Christian Miele und Thomas Welle leiten das Unternehmen weiterhin und behalten 22 % der Anteile.[36] Sascha Beyer ist zudem zur Geschäftsführung hinzu gestoßen. Tennis-Point hat mit seinem Angebot von über 12.000 Tennis- und Laufartikeln von über 100 verschiedenen Sportmarken, Eigenmarken und Exklusivmarken eine breite Produktpalette, die in den 19 Onlineshops und den 12 Filialen an verschiedenen Standorten der DACH-Region vertrieben werden. Der erste Onlineshop wurde anlässlich der Australian Open im Jahr 2008 eingeführt; mittlerweile gibt es diese in zehn verschiedenen Sprachen.[37]

Joint Venture für Karstadt München Bahnhofplatz

In zentraler Lage in München, zwischen Hauptbahnhof und Stachus, ist Signa Real Estate im Oktober 2016 in ein Joint Venture mit dem Partner RFR Holding GmbH gegangen und hat sich am bekannten Warenhausensemble Karstadt München Bahnhofplatz beteiligt.[38]

2018: Übernahme von Galeria Kaufhof

Am 11. September 2018 wurde öffentlich, dass die Signa Holding die Warenhauskette Galeria Kaufhof mehrheitlich von der Hudson’s Bay Company übernimmt. Hierfür gründeten Signa und HBC ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem Signa 50,01 % der Anteile hielt.[39] Marktbeobachter erwarten Synergien für den neuen deutschen Warenhausriesen. Das deutsche Kartellamt hat der Fusion der ehemaligen Konkurrenten Karstadt und Galeria Kaufhof unter der Führung der Signa Holding im November 2018 zugestimmt.[40] Am 10. Juni 2019 gab die HBC bekannt, ihren Anteil am Gemeinschaftsunternehmen für 1,5 Milliarden Dollar an die Signa Holding zu veräußern, die damit Alleineigentümerin wird. Die Transaktion soll bis zum Herbst 2019 abgeschlossen sein.[41]

Unternehmenssegmente

Signa Real Estate

Signa Holding (D-A-CH)
Luxemburg

Anfang Jänner 2017 hat Signa Real Estate erklärt, den renommierten Wiener Bauträger BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH im Rahmen zu übernehmen. Die BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH ist ein Bauträger mit einem aktuellen Investitionsvolumen von rund 1,7 Mrd. Euro, einem Portfolio von derzeit 18 Projekten und einem Projektentwicklungsvolumen von über 440.000 m². Als Teil der BAI-Gruppe werden ebenso die eigenen Dienstleistungsgesellschaften für Projektentwicklung und Bauträgerschaft (BAI), Makler (BAReal) sowie eine Hausverwaltung (Donath) erworben und durch die neuen Eigentümer weitergeführt.[43] Erklärtes zukünftiges Ziel für die BAI unter der neuen Eigentümerschaft ist es, ein eigenständiger „Wohnbauträger für leistbares Wohnen in Wien“ zu werden.[44]

Verkauf von großen Büroprojekten in Österreich

Im Sommer 2017 wurde das Signa Projekt The Icon Vienna am neuen Wiener Hauptbahnhof im Rahmen eines Forward Deals an die Allianz verkauft. Anfang Oktober folgte der Verkauf der ersten drei Bauteile des Büroprojektes Austria Campus an PGIM Real Estate. Mit einem Volumen von über 500 Mio. Euro war der Deal die größte Immobilientransaktion des Jahres 2017 und die größte Büroimmobilientransaktion in Österreich bis zu diesem Zeitpunkt.[45]

Kapitalerhöhung Signa Prime Selection AG

Ebenfalls Anfang Oktober 2017 wurde eine Erhöhung des Aktionärskapitals in der Signa Prime Selection AG, die über Immobilien in guten innerstädtischen Lagen in Deutschland, Österreich und Norditalien verfügt, von 1 Mrd. Euro durchgeführt. Dabei zeichneten bestehende Investoren der Signa, die Privatstiftung von Hans Peter Haselsteiner und Niki Laudas Family Office sowie neue Investoren die Anteile.[46]

Zukauf RFR Portfolio in Deutschland

Im November erwarb die Signa Prime Selection AG ein Portfolio bestehend aus fünf Immobilien: dem Upper West in Berlin, dem Kaufmannshaus und den Alsterarkaden in Hamburg, der Projektentwicklung Upper Zeil in Frankfurt sowie 50 % RFR Beteiligung des Projekts Karstadt am Münchner Bahnhof. Die weiteren 50 % waren bereits im Besitz der Signa Prime. Das Volumen der Transaktion umfasste rund 1,5 Mrd. Euro und war der größte Immobiliendeal in Deutschland im Jahr 2017.[47][48]

Anfang Dezember wurde das bis dahin von Signa Funds gehaltene Deloitte Headquarter an BNP Paribas Real Estate. Mitte Dezember erfolgte der Ankauf des Schickler Haus, einem Bürokomplex in Berlin Mitte.[49]

Beteiligung an S Immo AG

Im Dezember 2017 wurde bekannt, dass der S-Immo-Aktionär Ronny Pecik mit der Signa Holding eine Vereinbarung abgeschlossen hat, die sie dazu berechtigt, seinen gesamten Aktienanteil von 21,86 Prozent zu übernehmen.

Anfang April 2018 hat die Vienna Insurance Group (VIG) ihre Beteiligung in der Höhe von 10,22 Prozent an der S Immo AG veräußert, die sie über ihre Tochtergesellschaft s Versicherung (Sparkassen Versicherung AG) an dem Immobilienkonzern hielt.

Die Familie Benko Privatstiftung hat im Zuge dessen 7,28 Prozent des Aktienpakets der VIG übernommen und war damit zu diesem Zeitpunkt inklusive des Vorkaufsrechts auf 21,86 Prozent mit insgesamt 29,14 Prozent an der S Immo AG beteiligt.

Mitte April 2018 haben Ronny Pecik und die Signa-Gruppe das gesamte S Immo Aktienpaket von 29,14 Prozent an den Immobilienkonzern Immofinanz verkauft.[50][51][52]

Übernahme APA-Turm

Im Oktober 2018 wurde bekannt, dass die BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH als Teil der Signa Holding, das ehemalige Zuhause der Austria Presse Agentur (APA) gekauft hat. Das alte Hochhaus mit 82 Metern soll Wohnbauprojekten Platz machen, damit der Wohnungsanteil in dem Gebiet angehoben wird.[53]

Kauf des Chrysler Building

Im März 2019 verlautbarte die Signa Holding den gemeinschaftlichen Kauf des weltbekannten Chrysler Building in New York. Als Kaufpreis wurden 133 Millionen Euro angegeben.[54]

Neuentwicklung des Nordkopfs in Wolfsburg

Am 26. März 2019 stellte die Signa Holding zusammen mit der Wolfsburg AG ein Projekt zur Neugestaltung des Nordkopf in Wolfsburg vor. Durch das Bauprojekt soll innerhalb der nächsten sieben Jahre ein neues Stadtzentrum entstehen.[55]

Verkauf des Austria Campus 2

Im ersten Halbjahr legte die Signa Financial Services AG einen Immobilienfonds für die Bayerische Versorgungskammer auf. In diesen Immobilienfonds verkaufte nun die Signa Prime Selection AG das Objekt Austria Campus 2.[56]

Investment der Peugeot Familie

Im Juni 2019 bestätigte Signa, dass die französische Beteiligungsgesellschaft Société Foncière, Financière et de Participations, welche mehrheitlich im Besitz der Peugeot-Familienholding ist, eine 5% Beteiligung an Signa Prime Selection für 186 Millionen Euro erworben hat.[57]

Struktur und Beteiligungen Signa Real Estate

Struktur von Signa Real Estate

Signa Retail

2017

Im April übernahm die Signa Sports Group mit ihrer Tochter internetstores 100 % der Anteile von Probikeshop – einem 2005 in St. Etienne gegründeten Online Bike-Retailer in Frankreich und Südeuropa.

Mitte Juni 2017 Jahres erwarb das Unternehmen die Mehrheit (70 %) am Online-Marktplatz Hood.de und 60 % der Online-Plattform Mybestbrands.[58]

2018

Ende Februar 2018 erfolgt die Übernahme von Stylefile, einem Onlineshop für Sportmode.[59]

Im April 2018 gab die Signa Sports Group – eine der vier Handelsplattformen der Signa Retail – bekannt, die Unternehmensspitze neu zu besetzen. Stephan Zoll, früherer Geschäftsführer von ebay in Deutschland und Mitglied des Managements von ebay in Europa, übernahm am 1. Juli 2018 die Funktion des CEO der Signa Sports Group.[60][61]

Im Juni 2018 wurde der Grundstein für ein neues Einkaufzentrum in Berlin-Tegel gelegt, wo Karstadt eine neue Filiale eröffnen will.[62] Eine weitere neue Karstadt-Filiale – die erste seit drei Jahrzehnten – wurde bereits im Oktober 2018 in den Gropius Passagen in Berlin eingeweiht. Hier wird quasi ein Standort fortgeführt, den Kaufhof im vorigen Jahr geschlossen hat. Es handelt sich um das größte Shopping-Center in der deutschen Hauptstadt, wobei Karstadt als Ankermieter eine Fläche von rd. 7.900 m² auf drei Etagen übernahm.[63]

Am 1. Juni 2018 wurde Christian Bubenheim als neuer CEO des Online-Händerls für Outdoor- und Fahrradprodukte internetstores verpflichtet. Damit wechselte der Manager von Autoscout24 zur Signa Retail.[64]

Am 15. Juni 2018 wurde bekannt, dass Benkos Signa bei der finanziell angeschlagenen Möbelkette Kika/Leiner einsteigt.[65] Die Beteiligung konnte das traditionsreiche, österreichische Möbelhaus aus der Krise retten.[66] Reinhold Gütebier übernahm nach dem Kauf die Leitung der Möbelhausketten.[67]

2019

Im Juni 2019 übernahm die Sporthandelssparte der Signa Holding den französischen Online-Händler für Tennisprodukte namens Tennis-Pro.[68]

Struktur und Beteiligungen Signa Retail

Struktur von Signa Retail

Signa Media

Im November 2018 wurde die Übernahme von 49 % der Anteile der deutschen Funke Mediengruppe an den österreichischen Tageszeitungen „Kronen Zeitung“ und „Kurier“ durch die Signa Holding verlautbart.[69] Dies ist die erste Investition im Medienbereich.[70]

Steuervermeidung

Durch die Luxemburg-Leaks wurde bekannt, dass Signa auf Basis eines von der Wirtschaftsprüfungskanzlei PricewaterhouseCoopers erstellten Steuersparmodells[71] Geld durch Luxemburg geleitet hat. Steuervereinbarungen zwischen den Luxemburger Behörden und Signa sind im Internet einsehbar.[72][73]

Verschiedenes

Am 13. Mai 2013 wurde verlautbart, dass sich der Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner über seine Familien-Privatstiftung an der Signa Prime Selection AG beteiligt hat. Neben einer Mehrheitsbeteiligung von mehr als 50 % an der Signa-Gruppe sind auch noch der Staatsfonds Abu Dhabis über die Falcon Private Bank mit fast 20 %[74] sowie einige prominente Persönlichkeiten an der Signa Prime Selection AG beteiligt.[75] Zu den Unternehmerpersönlichkeiten, die an der Signa Prime beteiligt sind, gehören Niki Lauda, Roland Berger, Johann Graf, Ernst Tanner, Arthur Eugster[76] und Harti Weirather.

Weblinks

 Commons: Signa Holding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Original: Original:

https://de.wikipedia.org/wiki/Signa_Holding