Ribaberiki Kiribati (kiribatisch)
Republic of Kiribati (englisch)
Republik Kiribati
Flagge Kiribatis
Wappen Kiribatis
Flagge Wappen
Wahlspruch: „Te Mauri, Te Raoi ao Te Tabomoa“, „Gesundheit, Frieden und Wohlstand“
Amtssprache Kiribatisch und Englisch
Hauptstadt South Tarawa
Staatsform Republik
Regierungssystem repräsentative Demokratie mit parlamentsgebundener Exekutivgewalt
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident Taneti Mamau
Fläche 811[1] km²
Einwohnerzahl 110.136 (2015)[1]
Bevölkerungsdichte 136 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +1,75 %[2] (2015)
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2017[3]
Index der menschlichen Entwicklung 0,588 (137.) (2016)[4]
Währung Kiribati-Dollar (KID)
Australischer Dollar (AUD)
Unabhängigkeit 12. Juli 1979
(vom Vereinigten Königreich)
Nationalhymne Teirake kaini Kiribati
Zeitzone UTC+12 bis UTC+14
Internet-TLD .ki
Telefonvorwahl +686
JapanNördliche MarianenPalauMikronesienOsttimorIndonesienMidwayinselnHawaiiJohnston-AtollWakePapua-NeuguineaMarshallinselnNauruKiribatiFranzösisch-PolynesienPitcairninselnTokelauCookinselnSalomonenNorfolkinselNeuseelandVanuatuTuvaluWallis und FutunaTongaNiueAustralienSamoaAmerikanisch-SamoaFidschiHowlandinselBakerinselPalmyraKingmanriffJarvisinselNeukaledonienJapanAntarktikaRusslandChile (Osterinsel)Vereinigte Staaten (Alaska)KanadaMexikoVereinigte StaatenNordkoreaSüdkoreaVolksrepublik ChinaRepublik China (Taiwan)VietnamLaosKambodschaThailandPhilippinenChinaSingapurMalaysiaBruneiKiribati on the globe (Polynesia centered).svg
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Kiribati CIA map-DE.png

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Kiribati (kiribatische Aussprache: [ˈkiɾipɛs] (einheimische Aussprache des ehemaligen Namens der Gilberts), deutsch: [kiʁi’ba:ti],[5][6] häufig auch [ˈkiʁibas]; offiziell auf Kiribatisch Ribaberiki Kiribati, dt. Republik Kiribati) ist ein Inselstaat im Pazifik. Das Staatsterritorium erstreckt sich über eine Vielzahl von Inseln Mikronesiens und Polynesiens, die über ein weites Gebiet nördlich und südlich des Äquators verstreut liegen.

Kiribati ist in besonderem Maße vom Klimawandel bedroht. Nach Berechnungen der Weltbank könnte der Inselstaat im Jahr 2050 größtenteils nicht mehr bewohnbar und spätestens 2070 überschwemmt sein.[7][8][9]

Nationalfeiertag ist der 12. Juli, der Jahrestag der Unabhängigkeit im Jahre 1979.

Geographie

Ausdehnung

Das Staatsgebiet hat von der östlichsten Insel im Caroline-Atoll zur westlichsten Insel Banaba eine Ausdehnung (Luftlinie) von 4567 km und von der nördlichsten Insel Teraina (Washington Island) bis zur südlichsten Insel Flint Island eine Ausdehnung (Luftlinie) von 2051 km mit einer Gesamtfläche von rund 5,2 Millionen Quadratkilometer. Von seiner Ausdehnung her gehört Kiribati damit zu den größten Staaten der Erde (Australien: 7,7 Millionen Quadratkilometer). Von dieser Fläche sind nur 811 Quadratkilometer Inselland, damit ist Kiribati ein Kleinstaat.

Lage

Das Staatsgebiet liegt etwa auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien. Da durch den Staat sowohl der Äquator als auch der 180. Längengrad verläuft, liegt der Staat als einziger sowohl in der nördlichen, südlichen, westlichen und östlichen Hemisphäre der Erde. Bis Ende 1994 verlief die internationale Datumsgrenze mit dem 180. Längengrad zwischen den Gilbert- und Phoenixinseln. Im Interesse eines einheitlichen Datums im gesamten Staatsgebiet wurde zum 1. Januar 1995 die Datumsgrenze nach Osten verlegt, so liegt Kiribati westlich davon. Die östlichste der Line Islands, Caroline Island, heißt seit dem 1. Januar 2000 Millennium Island, weil der erste Sonnenaufgang des Jahres 2000 auf dieser Insel zu beobachten war.

Inselgruppen

Typische Insel in Kiribati

Der Inselstaat besteht aus 32 Atollen in drei Inselgruppen sowie der Insel Banaba.

Karte Gilbertinseln 16 Atolle
282 km²
Karte Phoenixinseln 8 Atolle
27,7 km²
Karte Line Islands 8 Atolle
495 km²

Der Großteil des Landes befindet sich weniger als zwei Meter über dem Meeresspiegel mit Ausnahme der Vulkaninsel Banaba, die mit 81 m ü. NN die höchste Erhebung des Inselstaates ist. Damit dürfte Kiribati eines der ersten Länder sein, die infolge des Klimawandels zum Großteil im Meer versinken werden. Mitte 1999 wurde bekanntgegeben, dass bereits zwei unbewohnte Korallenriffe überflutet wurden, das Winslow-Riff und das Carondelet-Riff. Die höchsten Punkte befinden sich jetzt 11 m (Winslow-Riff) bzw. 1,8 m (Carondelet-Riff) unter der Meeresoberfläche.

Übersicht der wichtigsten Inseln und Atolle
Lage Insel/Atoll Fläche in km² Einwohner
(2015)[10]
Anmerkungen
Kiritimati (Weihnachtsinsel) aus der ISS fotografiert Kiritimati
(Christmas Island
Weihnachtsinsel)
375 6456 Kiritimati hat von allen Koralleninseln der Welt die größte Landfläche.
NASA-Astronautenbild der Fanninginsel (Tabuaeran) im Pazifischen Ozean Tabuaeran
(Fanning Island)
33,7 2315 Das Atoll wurde ursprünglich nach seinem US-amerikanischen Entdecker Edmund Fanning benannt.
NASA-Astronautenbild der Insel Teraina, Kiribati, im Pazifischen Ozean Teraina
(Washington Island)
14,2 1712 Das Atoll wurde ebenfalls von Fanning entdeckt, der es nach dem US-Präsidenten George Washington benannte.
Satellitenbild von Banaba Banaba
(Ocean Island)
6 268 Im Jahr 1900 wurde das gesamte aus versteinertem Vogelkot (Guano) bestehende Felsgestein entdeckt. Banaba war damit neben Nauru die zweite Insel im Westpazifik, auf der große Phosphatlager nachgewiesen wurden.
Satellitenbild Tarawa 32 56.284 Das Atoll war Hauptatoll der ehemaligen britischen Kolonie Gilbertinseln und ist heute das Hauptatoll der Republik Kiribati.
Satellitenbild von Kanton Abariringa
(Canton Island)
9 20 Der englische Name des Atolls ist darauf zurückzuführen, dass 1854 der Walfänger Canton vor der Insel auf Grund lief.

Klima

Tarawa
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
271
 
31
25
 
 
218
 
31
25
 
 
204
 
31
25
 
 
184
 
31
25
 
 
158
 
31
26
 
 
155
 
31
25
 
 
168
 
31
25
 
 
138
 
31
25
 
 
120
 
31
25
 
 
110
 
31
25
 
 
115
 
31
25
 
 
212
 
31
25
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tarawa
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 30,7 30,6 30,7 30,7 30,8 30,8 30,9 31,0 31,1 31,2 31,3 30,9 Ø 30,9
Min. Temperatur (°C) 25,3 25,3 25,3 25,3 25,5 25,3 25,1 25,2 25,3 25,4 25,4 25,3 Ø 25,3
Niederschlag (mm) 271 218 204 184 158 155 168 138 120 110 115 212 Σ 2.053
Sonnenstunden (h/d) 7,1 6,8 6,7 6,7 7,4 7,3 7,4 8,3 8,1 8,4 8,0 6,1 Ø 7,4
Regentage (d) 15 12 14 14 15 14 13 12 11 8 9 14 Σ 151
Wassertemperatur (°C) 28 28 28 28 28 28 28 29 29 29 29 28 Ø 28,3
Luftfeuchtigkeit (%) 81 80 81 82 81 81 80 79 77 77 79 81 Ø 79,9
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
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30,6
25,3
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25,3
30,7
25,3
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25,5
30,8
25,3
30,9
25,1
31,0
25,2
31,1
25,3
31,2
25,4
31,3
25,4
30,9
25,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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s
c
h
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a
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218
204
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158
155
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110
115
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Bedrohung durch den Klimawandel

Der Straßendamm zwischen Bairiki und Betio als mutmaßlicher Verursacher von umgeleiteten Meeresströmungen

Aufgrund des Klimawandels und des weltweiten Anstiegs der Meeresspiegel wird Kiribati nach Schätzungen vom Anfang des 21. Jahrhunderts 2060 bis 2070 im Meer versunken sein. Präsident Anote Tong sagte, es sei schmerzhaft, sich auf den Tag vorzubereiten, an dem er kein eigenes Land mehr habe, aber genau dies sei zu tun. Tong bat darum das benachbarte Neuseeland, mehr als nur rund 100 Übersiedler jährlich (Stand um 2010) aus Kiribati aufzunehmen. Die Regierung von Kiribati ist mit derjenigen von Fidschi im Gespräch, um Land zu kaufen und einen Teil der Bevölkerung umzusiedeln.[11]

Teile des Problems entstehen durch die Überbevölkerung in South Tarawa und durch die Bewohner selbst. Durch die Entnahme von Sand, wenn die Häuser nicht mehr in traditionellem Stil gebaut werden, verliert das Meer seine Barriere.[12] Durch die Straßenverbindung zwischen Bairiki und Betio kam es durch eine umgeleitete Strömung zum Untergang der kaum bewohnten Bikeman-Insel.[13]

2009 nahm Tong mit einer Delegation an der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen teil.[14] Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Cancún (COP 16)[15][16] wurde auf der Tarawa Climate Change Conference am 10. November 2010 in Ambo die Ambo Declaration[17] verabschiedet, die von Australien, Brasilien, China, Kuba, Fidschi, Japan, Kiribati, den Malediven, den Marshallinseln, Neuseeland, den Salomonen und Tonga unterzeichnet wurde.

2012 kaufte Kiribati etwa 24 Quadratkilometer Land für 8,8 Millionen US-Dollar im Pazifischen Ozean. Laut Regierung könnten die 110.000 Inselbewohner im schlimmsten Fall auf die rund 2.000 Kilometer entfernte, zu Fidschi gehörende Insel Vanua Levu umsiedeln, dies sollte jedoch möglichst vermieden werden, da es weiterhin „ein fast schon zu kleines Stück Land für alle Bewohner sei“.[18]

Stand 2016 nimmt Neuseeland eine kleine Quote Klimaflüchtlinge jungen Alters auf, der ältere Teil der Bevölkerung Kiribatis hat sich zum Bleiben entschieden. Fidschi, etwa 3 Flugstunden entfernt, erklärte sich als einziger Staat dazu bereit, die künftigen Klimaflüchtlinge aus Kiribati aufzunehmen.[19]

Weltweites Aufsehen erregte der erstmalige Fall des Kiribaters Ioane Teitiota, der 2007 nach Neuseeland geflüchtet war und 2015 in seine Heimat abgeschoben wurde, nachdem sein Visum abgelaufen war. Als Grund nannte die Regierung, dass Kiribati zwar klimagefährdet sei, Kriterium für eine Anerkennung als Flüchtling sei laut UN-Konvention aber, dass der Antragsteller in seinem Heimatland Verfolgung fürchten müsse. Dies sei bei Teitiota nicht der Fall.[20]

Die erste Evakuierung der Bevölkerung soll 2020 beginnen.[21]

Auf dem gekauften Land auf Fidschi befindet sich ein Dorf mit 261 Einwohnern, die von der Regierung auf eine Willkommenskultur vorbereitet werden.[22]

Am 18. Januar 2017 gab die Regierung unter Präsident Taneti Mamau bekannt, dass der Anbau von Gemüse und Kava auf dem erworbenen Land auf Fidschi begonnen habe. Ebenfalls besuchte er zu diesem Anlass die Einwohner des Dorfes Naviavia und gab bekannt, dass „kein drastischer Umschwung auf dem Land zu befürchten sei“ und er sich „auf die gemeinsame Zeit als gute Nachbarn, die sich gegenseitig helfen“, freue.[23] Ebenfalls gab er an, dass der Klimawandel kein Problem, sondern viel mehr eine ernsthafte Bedrohung für alle pazifischen Inselstaaten sei. Die Regierung sehe sich weiterhin nach mehr Land um.[24]

Bevölkerung

Zusammensetzung

Die Bevölkerung Kiribatis ist ethnisch sehr homogen. Über 96 % sind Mikronesier. Außerdem leben 1,2 % Europäer, 1 % Polynesier und 0,5 % Chinesen in Kiribati.

Sprache

Die Einwohner nennen sich im Singular wie im Plural I-Kiribati. Das Adjektiv der Nationalität und der Landessprache wird als Kiribati ohne Präfix 'I' bezeichnet.

Bevölkerungsentwicklung

Laut Volkszählung von 2015 betrug die Einwohnerzahl 110.136 Menschen.[1] Die Bevölkerungsdichte betrug 2015 für alle Inseln durchschnittlich 136 pro Quadratkilometer, für das urbane South Tarawa jedoch 3574 pro Quadratkilometer, damit eine der höchsten weltweit.

Bevölkerungsentwicklung für die Jahre 1931–2015[1]
Zensus 1931 1947 1963 1968 1973 1978 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2015
Gesamt 29.751 31.513 43.336 47.735 51.926 56.213 63.883 72.335 77.658 84.494 92.533 103.058 110.136

Gesundheit

Die Bevölkerung von Kiribati hatte 2017 eine Lebenserwartung von 66,5 Jahren (Männer 64, Frauen 69,1) und eine Säuglingssterblichkeit von 32 Toten pro 1000 Lebendgeburten. Eine Frau hatte im Durchschnitt 2,4 Kinder.[25] Tuberkulose ist im Land verbreitet.[26]

Die Regierung gab 2006 268 US-Dollar (Kaufkraftparität) pro Kopf aus.[27] Im Zeitraum von 1990 bis 2007 gab es 23 Ärzte pro 100.000 Personen.[28] Nach der Ankunft kubanischer Ärzte hat sich die Säuglingssterblichkeit deutlich verringert.[29]

46 % der Bevölkerung sind fettleibig, was zu den höchsten Raten weltweit gehört.[25]

Religion

Ein Großteil der Bevölkerung bekennt sich zum christlichen Glauben. Die Volkszählung des Jahres 2015 ergab folgendes Bild:[1]